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hörendenkenschreiben

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Was ist denn mit der ZEIT los...?

Früher las ich ja gerne mal die Zeit. Aber mittlerweile ist vor allem die Online-Ausgabe offenbar ein Tummelpunkt für Schwafler und Salbader geworden. Nach dem merkwürdigen Artikel über das angebliche Dresdner Kulturbürgertum von Florian Illies in Bezug auf Thielemann versteigt sich nun Christoph Drösser in eine Gegenwartsanalyse der besonderen Art in Bezug auf Neue Musik. Nicht nur werden da wieder viele Uraltargumente wieder ins Feld geführt, nein, schnell wird auch mal die Musikgeschichte verdreht. Im einzelnen:
- "Schönberg aber ist seit 58 Jahren tot, und seine Zwölftonserien haben ebenso wenig einen Eingang in die populäre Kultur gefunden..." - halb Hollywood nutzt die Techniken, und als Juilliard-Komponist gilt man ohnehin nur etwas, wenn man in Eislerscher Manier ein Hupfdohlenmusical mit der Krebsumkehrung verziert.
- "...wie die elektronischen Experimente Karlheinz Stockhausens oder die Geräuschcollagen von Pierre Henry." - Was ist mit Kraftwerk, was mit Hörspielmachern und Filmkomponisten? Die würden ohne diese Pionierarbeit nicht existieren.
- "die Zeitgenossen der »zeitgenössischen klassischen Musik« sterben langsam aus." - Drösser sollte sich vielleicht mit jungen Studenten an den Hochschulen unterhalten (am besten nach einem AUSVERKAUFTEN Konzert, die man in letzter Zeit immer öfter erleben kann) - da "stirbt niemand aus", im Gegenteil.
- "Fast jeder kennt den »Hurz«-Sketch von Hape Kerkeling" - kann das der Startpunkt einer ernsthaften ästhetischen Diskussion sein.
- "Die Forscher staunen, wie plastisch unser Gehirn ist" - und es erliegt eben nicht "Konsonanztheorien", die Gehirnwissenschaftler aufgestellt haben. Die Bequemlichkeitstheorie, die Nachäfftheorie, die Traditionstheorie, die Passivitätstheorie, DIE haben die Gehirnforscher leider nicht auf dem Aufgabenzettel (soll heißen: die isolierte Betrachtung etwa einer Konsonanztheorie kann nicht zum Ergebnis "zu schräg für unser Gehirn" führen.
- "Genauso lernen wir Musik, indem wir zunächst aus den vielen möglichen Tonskalen diejenige isolieren, die in unserer Kultur vorherrscht – eine Prägung, die wir praktisch nicht mehr ablegen können." - Richtig, hier ist nur ein Wort falsch: "können" durch "wollen" ersetzen. Und dann wäre zumindest ein wichtiges Argument für das "Schräge" hinzugefügt.
- "Das Wiedererkennen ist ein Erfolgserlebnis, das uns Musik verstehen lässt." - Tja, an der Stelle sollten die Forscher mal ansetzen mit ihren Elektroden am Kopf. Ich bekomme nämlich immer Würgereize, wenn mich schlechte Cover-Titel im Radio in die "kennenwirdoch"-Schublade schieben oder mir ein Professor an der Hochschule seine Kettenrondotheorie als Neue Musik verkaufen will. Nein Danke. Wiedererkennen ist Mist und hat nichts mit NEUgier, LERNEN und WEITERENTWICKELN zu tun.
- "Just solche Erfolgserlebnisse enthält die Neue Musik dem Hörer vor" - tja, weil sie vielleicht weiß, dass es auf solche "Erlebnisse" nicht ankommt. Und 2/3 der angeblich "neuen Musik" huldigen ohnehin der Wiedererkennung, und sei es durch Verwendung traditioneller Parameter.
Nun der Hammer: eine 12-Ton-Reihe kann man sich ja nicht merken, schon gar nicht dessen Umkehrungen. Richtig, ein Gehirn ist SCHLAUER, als bloßes Merken funktioniert. Es ist nämlich fähig, eine 12-Ton-Reihe als komplexes harmonikales und intervallisches Gebilde ALS GANZES wahrzunehmen. Oder warum kommt uns ausgerechnet das Berg-Violinkonzert so merkwürdig "schön" vor? - Als nächstes frage ich mich, wie komplexe Werke der Historie (H-Moll-Messe, Eroica, 9. Schubert usw.) durch "Merken" rezipiert werden können. Merken ist nur eine Verästelung der Rezeption.
- "Denn es gibt auch andere hochkomplexe Musikrichtungen, von Bachs Fugen bis zum modernen Jazz, die zunächst fremd klingen, aber doch faszinierend genug sind, um auch ein Laienpublikum anzuziehen." - Gegenfrage: Warum beiben bei Kunst-der-Fuge-Gesamtaufführungen Reihen leer (und einige Leute gingen sogar). Dass Modern Jazz nur in Leverkusen die Hütte füllt, sollte auch bekannt sein. Und zwar keineswegs von Laien. Die hören Till Brönner.
(NB: auf Thema und Argumente hin bearbeitet)

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und noch ein Merkzettel zur "Konsonanztheorie" hintendran, für spätere Auseinandersetzung:
MARTIN EBELING (Konservatorium Mainz): Verschmelzung und neuronale Autokorrelation als Grundlage einer Konsonanztheorie
1. Ziel
Ein von Gerald Langner (1983 / 2007) beschriebenes Modell neuronaler Periodizitätswahrnehmung im auditorischen Stammhirn wird auf musikalische Intervalle angewandt.
2. Mittel
Die neuronale Codierung und Autokorrelation zur Periodizitätsanalyse lässt sich in einem mathematischen Formalismus nachbilden, der auch die physiologisch bedingten Unschärfen neuronaler Verarbeitung berücksichtigt.
3. Neuronaler Code
Durch die Frequenzanalyse im Innenohr wird Schall peripher in seine Frequenzkomponenten zerlegt und in einen neuronalen Code übersetzt. Ein einfacher Ton hat ein periodisches Feuermuster, dessen Periode dem Kehrwert der Frequenz entspricht. Die statistische Verteilung der Intervalle zwischen allen neuronalen Impulsen liefert einen Code zur Übertragung akustischer Informationen. Die Zeitreihenanalyse des neuronalen Codes in
Autokorrelationshistogrammen zeigt Maxima für Perioden, die den empfundenen Tonhöhen entsprechen (Caria-
ni & Delgutte 1996). Intervalle sind neuronal durch simultane Impulsketten repräsentiert (Trame et al.2001), die
teilweise koinzidieren.
4. Generalized Coincidence Function
Durch die „Generalized Coincidence Function“ (Ebeling 2007) definiere ich eine Maßzahl für den Grad dieser
Koinzidenz, die ein Maß der Ordnung neuronaler Feuermuster ist. Trägt man diese Maßzahl gegen alle Intervallverhältnisse ab, erhält man eine Kurve, die Konsonanzen stärker hervorhebt als Dissonanzen und dasselbe Bild zeigt, wie Stumpfs Kurve der Verschmelzungsgrade (Stumpf, 1890). Stumpfs Verschmelzungsbegriff ist also analog zu koinzidierenden Erregungen bei der neuronalen Periodizitätsanalyse. Aber auch kleinste Intervalle zeigen hohe Verschmelzungsgrade. Dass diese Intervalle dennoch dissonant sind, lässt sich auf Rauhigkeit zu-
rückführen.
5. Verschmelzung und Rauhigkeit sind Grundlage der Konsonanz und Dissonanz
Eine Synthese aus Koinzidenztheorie im Zeitbereich (Periodizitätsanalyse von Impulsfolgen und überlagernde
Erregung „Verschmelzung“) und Störtheorie im Frequenzbereich (Erregung innerhalb der Kopplungsbreite „Rauhigkeit“) sollte Grundlage einer Konsonanztheorie sein. Das Wesen der Konsonanz ist in der neuronal Periodizitätsanalyse durch Autokorrelation begründet, die der Verschmelzung in der Apperzeption entspricht. Ausschließlich auf Rauhigkeit basierenden Störtheorien (v. Helmholtz 1862, Plomp & Levelt 1965, Terhardt 1976)
wird widersprochen.
Veröffentlichungen (Auswahl): Tonhöhe: physikalisch – musikalisch – psychologisch – mathematisch (Frankfurt a. M.: Peter Lang 1999), Verschmelzung und neuronale Autokorrelation als Grundlage einer Konsonanztheorie (Frankfurt a. M.: Peter Lang 2007), Konsonanz und Dissonanz (in: Bruhn / Kopiez / Lehmann & Oerter (Hrsg.): Musikpsychologie. Das neue Handbuch, Hamburg: Rowohlt 2008)

Sonntag, 18. Oktober 2009

Echo 2009

Kleines Live-Blogging von der Echo-Sendung...

Elina Garanca singt "Carmen", wunderschön ist diese Stimme, aber an Victoria de los Angeles kommt sie nicht heran. Leider auch an andere Interpretinnen nicht, die weitaus mehr Emotion aus dieser Partie lesen als die Lettin.
Die Auszeichnung für bel canto hat sie aber allemal verdient.

Anne-Sophie Mutter, den Echo bekommt sie für das Bach/Gubaidulina-Album spielt einen völlig verhetzten und verhuschten Mendelssohn-Satz. No further comment.

Christina Pluhar und Nuria Real legen los. Tolle, körperliche Musik. Schön, dass die Alte Musik und die Poesie der leisen Töne endlich ECHO-würdig geworden ist. Das berührt sofort. Die Platten dazu: Rial mit Haydn und Teatro d'amore von Christina Pluhar

Hoppala, Donizetti mit Nathalie Dessay, dann ein Schnipsel aus der Boheme mit Villatrebko, und weils noch schnell rein muss: Trip to Asia - ich glaube, diese Erwähnungen wurden in 55sec. abgehandelt.

Nun kommt ein Preisträger, dessen CD ich mich meist nicht traue, einzulegen, weil ich Angst vor der zweifelhaften Wirkung der Instrumentalklänge habe: Xavier de Maistre. Allerdings legt der Mann eine so ruhige, überzeugte Performance hin, dass ichs mir nun vermutlich doch mal ganz anhören werde.

Und weiter gehts mit der zeitversetzten Schnipsel-Aufzeichnung zu später Stunde. Natalia Wörner moderiert leider so, als würde sie beim nächsten verbalen Lapsus tot umfallen. Das Lächeln fällt ihr mit jedem Satz schwerer...

Da ist die Lebenswerk-Auszeichnung für Plácido Domingo. Ich verbeuge mich. Und erinnere mich an die recht fiese Äußerung einer Freundin, die meinte, Domingo wäre der einzige der 3 Tenöre, der wirklich singen könnte. Ähem. -- Für diese eine Arie hat sich das Einschalten der Sendung bereits gelohnt. Fantastico.

Nun mal eben 3 Echos für die Staatskapelle Dresden: als bestes Orchester, für Pape sein tolles Album, für die Fritz-Busch-Edition und für die 9. von Bruckner. Luisi bedankt sich voller Stolz. Sehe ich da eine Träne? -- Beim Wagner fällt mir gerade auf, dass das akustische Ergebnis aus dem Fernseher dem Klang meines alten Kassettenrecorders ähnlich ist. Wenn das in vielen deutschen Wohnzimmern nun genauso sein sollte, rufe ich freudig allen Hoppenstedts vor den Schirmen zu: Geht in die Semperoper! Da klingts ganz anders.

Klassik-Radio tritt auf den Plan. Der Schnipsel-Gott höchstpersönlich. Herr Wemhoff weiß, was Hörer wünschen. Und er ist auch für den Nachwuchs zuständig. Gottlob nur als Laudator. Und David Fray bekommt seinen Echo nicht nur für seine Arbeit in den Schulen, sondern für das Bach-Album. Jetzt spielt er Schubert. Auf eine eigene, unprätentiöse, starke Weise. Möchte ich mehr hören. Werde ich auch.

Dr. Christian Gerhaher bekommt den Echo als Sänger des Jahres. Ich gebe zu, ich habe zu wenig Notiz von ihm genommen bisher. Allerdings erinnere ich mich, dass ich bereits die Schubertschen Abendbilder vor zwei Jahren als Geheimtipp im Laden führte... Der kleine, geniale Mahler hier jedenfalls hat Charakter, eine schöne Wärme hat diese Stimme. Huch...eine Winsenbeißheit gibt er noch zum Besten... Herrlicher Versprecher ;)

Wolfgang Bauer und Sax Allemande spielen zusammen. Ich verlinke mal fleißig: Trompete & Saxofon. Beides im Duett mit "Carmen"? Ja, schön spielt ihr da...aber dann möchte ich bitte gleich die Alpensinfonie auf Oktobasstheorbe. Aber bitte auf 414hz. Und in Sandalen. URGH.

Daniel Hope vergibt einen Echo, obwohl er selbst einen für seinen tollen Vivaldi bekommen hat, was komischerweise in der Sendung unerwähnt bleibt. Nun geht es um Dudamel und das Orff-Institut (Kommentar meiner Mitguckerin: "Laßt den Kindern doch ihre eigene Musik" - interessantes Statement wider den Musikkolonialismus...) - VW vergibt jetzt den Nachwuchspreis. Und jetzt bekommt Hope seinen Echo auch nachgereicht...

Jetzt geht die Sonne auf mit Sol Gabetta. Wir horchen und stellen fest: TOLLES KLEID. Den Haydn schenken wir uns.

Die Zisterzienser-Mönche, Ragna Schirmer (für Händels Klaviersuiten), das Calmus Ensemble und der Rundfunkchor Berlin (für Peppings Matthäuspassion) müssen leider mit dem nächsten 55sec. - Trailer vorliebnehmen... Ah, nun beugen sich doch zwei Mönche den Gesetzen der Plattenindustrie und erklimmen die Bühne.

musica cubana wirken ja doch etwas brav. Hoffentlich kennt die Truppe auch ein wenig die verrauchten Lokale jenseits der steifen Hausmusiksonnabendnachmittage... Echo bitte.

Und während Luisi zum Finale ansetzt, hier einige ECHO-Preisträger, die katastrophalerweise (Zeit ist kein Argument...) nicht in die Sendung fanden, aber um so mehr Gehör finden sollten:

Sylvain Cambreling mit den Orchesterwerken von Olivier Messiaen
SWR-Vokalensemble unter Marcus Creed mit Bruckners e-Moll-Messe
Leonidas Kavakos mit den Mendelssohn-Violinwerken
Frank Peter Zimmermann mit beiden (!) Szymanowski-Konzerten und Britten (Janine Jansens Interpretation ist auch ganz frisch raus...höre ich nächste Woche...)
Alban Gerhardt mit den Reger-Sonaten und -Suiten
Fazil Say und Patricia Kopatchinskaja mit der unglaublichen Beethoven/Bartok/Ravel-Platte

Über das Laster der Wahrnehmung der zeitgenössischen Musik
sprechen wir hier besser nicht. Aufnahmen dieser Musik gibt es zur Genüge. Gute, sensationelle sogar. Aber am Montag rennen alle doch in die Läden und verlangen den "Klassik 2009"-Sampler. Vielleicht sollte ich zur Schere greifen und ihnen auch mal die CD in Schnippseln darbieten... Dass aber den Echo-Juryleuten nichts weiter als Strawinsky, Pepping und Messiaen (bei aller Wertschätzung) einfällt, ist bedenkenswert.
Und damit knipse ich das Licht aus. Gute Nacht.

Sonntag, 12. Juli 2009

Florence and the Machine - Debut Album out now

LUNGS ist draußen. Kaufbefehl, natürlich.
Und hier ein paar erste Rezensionen:

* Netzeitung
* Laut.de
* musicheadquarter

SpOn und einige andere Quellen sprechen derweil schon vom Kampf der neuen Pop-Prinzessinnen. Indes, es gibt nur eine.

Dienstag, 2. Juni 2009

Cellokonzerträtsel

Ein unbekanntes Cellokonzert bei YouTube. Was hören wir denn da? Weiß jemand weiter? [Japanisch-Lesen-Könner vor ;) ] (hier gibt es den 2. Teil)

Montag, 4. Mai 2009

Allan Pettersson

Mit großer Freude darf ich vermerken, dass das Pettersson-Jubiläum 2011 (100. Geburtstag) seine ersten Schatten vorauswirft. Die Internationale Allan-Pettersson-Gesellschaft e.V. hat einen neuen Webauftritt: Pettersson100.de - Pettersson100 sollte denn auch das Motto sein, die weitgehend unbekannte Musik dieses großen Komponisten in die Welt zu tragen. Eine große Aufgabe.

Mittwoch, 22. April 2009

So läufts i dr Schwiiz

Stau am Gotthard und gleich eine Aufführung?? Da gibt es Hilfe - fast "live" haben wir dies letzte Woche in Zürich miterlebt.
Unsere Konzerte dagegen liefen reibungslos. Aus Zürich habe ich leider noch keine Rezension, dafür aber zwei aus Hamburg:
* Hamburger Abendblatt
* Die Welt

Ungeachtet dieser positiven Beiträge darf ich persönlich hinzufügen, dass es ein großes Erlebnis war, unter Adam Fischer die "Schöpfung" singen zu dürfen. Es waren zwei grundverschiedene Aufführungshaltungen und ich bevorzuge denn doch stark die "Zürcher Variante"...

Samstag, 7. März 2009

Florence stuff

Florence on NME Tour, two new songs: "Howl" (with Charles Cave from White Lies) and "Blinding"


Montag, 23. Februar 2009

Akustisches Manifest

Wenn es einen Text gibt, der überhaupt des Schneeball-Systems oder der Spam-Mail würdig ist, damit bitteschön ALLE ihn lesen, dann ist dies das akustische Manifest, welches die Kulturhauptstadt Linz in einigen international bedeutenden Zeitungen veröffentlicht hat. Wider die akustische Verdreckung der Welt! Das unterstütze ich gerne. Hören ist Leben.

Mittwoch, 28. Januar 2009

100 Jahre Elektra

Sie ist die beste Alternative zu harten Drogen, das legalste Rauschmittel überhaupt, und das über 105 Minuten, zusammen in einem Saal mit 111 Orchestermusikern und mindestens von drei am Wahnsinn vorbeischrammenden weiblichen Hauptrollen durchtost: die Elektra von Richard Strauss
Ich weiß nicht mehr, wie oft ich die Berghaus-Inszenierung hier gesehen habe, vermutlich sieben oder acht Mal. Das Stück läuft seit 23 Jahren, ich war heute in der 79. Aufführung und der damit vorletzten, denn der berühmte Sprungtum hält wohl nicht mehr lange. Und vielleicht ist es am Ort der Uraufführung (25. Januar 1909) auch bald mal wieder Zeit für eine spannende Neuinszenierung. Leider habe ich nicht alle Programmzettel parat, aber ich weiß noch mit ziemlicher Sicherheit die bewunderten Sängerinnen der Hauptrolle: Allen voran Dame Gwyneth Jones, von deren Darstellung in den 90ern es sogar eine Live-Aufnahme, allerdings aus Genf, gibt. Stimmlich und darstellerisch ist sie wohl außer Konkurrenz. Daneben kann ich mich an Deborah Polaski, Luana DeVol, Janice Baird erinnern. Heute sang Eva Johansson die Hauptpartie, Marc Albrecht dirigierte. Frühere Aufführungen habe ich mit Michael Boder, Friedemann Layer und sogar noch eine mit Siegfried Kurz erlebt.
Nun heißt es Verzicht üben, bis wieder eine neue Produktion entsteht.

LINK: Artikel bei "Musik in Dresden"

Und so sah es 1909 aus:

(Quelle)

Freitag, 19. Dezember 2008

Ich kann sie nicht mehr hören...

...die Sample-Schnipselei von Peter Fox. Ob der Typ überhaupt weiß, aus welchem Stück er "seine" in allen Fanforen so hochgelobten "satten Streicher" zusammengeklebt hat? Ok, er wird wissen, dass es die 7. Sinfonie, die "Leningrader" von Dmitri Schostakowitsch ist*. Aber reichlich bizarr wird es, wenn man dazu Fox' Text hört: "Alles glänzt...so neu" und auch die "Abrissbirne der deutschen Seele" bekommt einen höchst faden Beigeschmack.
Leute, bevor ihr mit Scheiße Geld verdient, denkt doch wenigstens mal drüber nach, WAS ihr da tut. Und in dem Fall halte ich die Versamplung des Streichermotivs aus dem 4. Satz für einen ziemlichen Missbrauch eines der bewegendsten Werke des 20. Jahrhunderts.
Aber möglicherweise stehe ich mit meiner Meinung auch allein da und die scheißegal-Mentalität läßt die "fetten Streicher" weiter rocken, egal, welche Vorgeschichte sie aufweisen...

*Ich spare mir eine Verlinkung, da weder der Wikipedia-Artikel taugt noch andere Seiten umfassene Informationen zu dem Stück geben. Am amüsantesten ist ausgerechnet klassik.com "Schostakowitschs 7. Sinfonie, die sogenannte Leningrader, ist nicht seine beste, aber wohl seine berühmteste"

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