Sonntag, 31. Januar 2016

Genuss der Sonderklasse

Leonidas Kavakos und Robin Ticciati gastieren im 5. Sinfoniekonzert der Staatskapelle

Der Begriff des "Fin de Siècle" ist in der Kunstwelt allgemein bekannt - in der Anwendung auf die Musik der vorletzten Jahrhundertwende ist er zwar auch gebräuchlich, aber man sollte vorsichtig damit sein, über Analysen oder Intentionen von Werken dieser Zeit eine Folie zu legen, die die Gefahr der Indifferenz birgt. Interessant wird es allerdings, wenn die Indifferenz, die dem Begriff schon wegen des Zwischenraums einer Zeitenwende innewohnt, selbst zum Gegenstand der Betrachtung wird.

Insofern hatte das Programm, dass der junge britische Dirigent Robin Ticciati - seit seinem Debüt bei einem Aufführungsabend 2006 ein gern gesehener Gast bei der Sächsischen Staatskapelle - am vergangenen Wochenende zum 5. Sinfoniekonzert zusammenstellte, einen ganz eigenen Reiz. Gustav Mahlers "Blumine"-Satz war ursprünglich zu dessen 1. Sinfonie zugehörig und weist noch frühere Wurzeln auf, doch Mahler strich den Satz wieder aus der Sinfonie, erst 1966 wurden die Noten wiederentdeckt. Ticciati verlieh dem kurzen Stück Atmosphäre und die Berechtigung, in diesem Kontext zwischen Werken des Aufbruchs und solchen mit Nachwehen der Klassik und Romantik zu bestehen.

Auch Jean Sibelius ließ sich im Konzert neu entdecken - dies vor allem, weil mit dem griechischen Geiger Leonidas Kavakos ein absoluter Kenner und Könner des berühmten Violinkonzertes d-Moll, Opus 47 zu erleben war: Kavakos spielte 1991 als erster Sibelius' später aufgegebene Originalfassung des Konzertes ein. Seine Interpretation war von hoher Spannung getragen und man konnte sich für seine wunderbare Klanggebung und das sorgfältige Timing nur begeistern - da war selbst ein einzelner Ton wie das schattenhafte Verklingen des 2. Satzes ein Genuss der Sonderklasse. Kavakos legte die Schönheit dieses Konzertes offen, ohne in eine romantisierende Haltung zu verfallen und fand auf seiner Geige nuancenreiche, kupferfarbene Töne, die man diesem Instrument gar nicht zugetraut hätte. Aus innerer Überlegenheit und Ruhe heraus formte Kavakos das Konzert mit starker eigener Zeichnung und Übersicht für einen großen Atem über alle drei Sätze hinweg - daraus sprach äußerste Wertschätzung für die Musik.

Dieser Willen zum Kolorit übertrug sich auch auf die Kapellmusiker, die in den größeren Tuttipassagen von Mal zu Mal mutiger in der Klangfarbe agierten und Kavakos' Impulse wunderbar aufnahmen. Wie einmalig und auch im besten Sinne schockierend Musik nicht nur die Zuhörer, sondern auch den Interpreten selbst treffen kann, wurde bei der Bach-Zugabe deutlich, nach der Kavakos sich erst einmal selbst von den gerade verklingenden Noten erholen musste - von der Bühne lassen wollte ihn das Publikum danach kaum noch.

Im zweiten Teil des Konzertes ging es weiter mit Musik an der Zeitenwende: Maurice Ravels 1911 entstandene "Valses nobles et sentimentales" sind eine eigenartig luftige Zwischenraummusik mit Franz Schubert im Rücken und der walzerseligen Vorkriegszeit im Auge. Robin Ticciati arbeitete die Eleganz dieser Musik hervorragend heraus und sorgte vor allem mit freundlicher Ermunterung für den richtigen Swing im Dreiertakt. Gleiches galt für Claude Debussys Orchesterskizzen "La Mer" (1905), wenngleich hier die von Ticciati stets spürbare Sorgfalt der Darstellung etwas im Widerspruch zur beschriebenen ungezügelten Naturkraft stand: so säuberlich aufgereiht und gleichzeitig mit weichem, feinem Glanz versehen hat man Debussys Wellenspiele selten gehört.
(25.1.2016)

Samstag, 23. Januar 2016

Fünf musikalische Bilder

Orgel und Schlagzeug beim "Orgel-Winter" in der Diakonissenhauskirche

Die Diakonissenhauskirche in der Dresdner Neustadt bietet über das ganze Jahr hinweg vielfältige musikalische Veranstaltungen an. Im Januar, zur Zeit des Jahrestags der Orgelweihe, offeriert Kantor Jan Katzschke einen "Orgel-Winter" und rückt damit die 1973 geweihte, wohlklingende Schuke-Orgel ins Blickfeld. Zum Eröffnungskonzert am vergangenen Freitag konnten die Zuhörer die recht seltene Instrumentenkombination Orgel und Schlagzeug erleben, dazu fanden sich Steffen Walther, Organist der Kreuzkirche Chemnitz und Christian Langer, Schlagzeuger der Sächsischen Staatskapelle Dresden, im Duo zusammen.

Das aus fünf Teilen bestehende Programm hatte keine Zäsuren, so dass man die Kontraste zwischen Improvisation und ausnotierten Kompositionen, alter und neuer Musik intensiv wahrnehmen konnte. Neben zwei Werken für die Orgel allein sowie zwei rahmenden Duo-Improvisationen stand "Karakurenai" ("fremdes Purpur"), ein Werk des US-Amerikaners Andy Akiho im Mittelpunkt des Konzertes und sorgte mit immer wieder leicht veränderten Patterns auf der Steel Drum für einen exotischen Akzent - leider fiel es in der kunstvollen Umgebung der Nachbarwerke trotz der versierten Ausführung von Christian Langer schwer, sich auf diese wie am Reißbrett entworfene Klangtapete einzulassen.

Interessanterweise hatten Langer und Walther kein Originalwerk für die Duobesetzung ausgewählt, stattdessen sorgten die zwei Improvisationen dafür, dass man in Ruhe mit der spannenden Besetzung vertraut wurde: Klangflächen, sorgsam gesetzte Impulse und im gegenseitigen Zuhören organisch aufgebaute Steigerungen zeugten von Sensibilität für die Verschmelzung der beiden Instrumente, wobei Walther nur selten das Pleno der Orgel nutzen musste - die spannenden Momente lagen in leisen, suchenden Strukturen, wozu in der Orgel auch Solostimmen und Mixturen eingesetzt wurden. Schwierig erscheint es, einen Gesamteindruck des Konzertes widerzugeben, denn mit den beiden Orgelsolowerken taten sich weitere Welten auf: wer Johann Sebastian Bachs monumental-grandiose "Präludium und Fuge" e-Moll BWV 548 in einem Programm platziert, weiß um die Alleinstellung dieses großartig wirkenden und nachwirkenden Werkes.

Walther spielte es mit ordentlichem Zug im Tempo und schuf eine selbstbewusste, vor Kraft strotzende Interpretation, die aber dem Werk gemäß war. Dass Sigfrid Karg-Elerts stellenweise recht putzig komponierter "Valse mignonne" demgegenüber eher als leicht mundender Nachtisch im Ohr ankam, war verständlich. Zum Ende gab es im Duo nach einer großangelegten Steigerung in der Abschlussimprovisation versöhnliche Töne mit Marimba und Orgel - das Konzert stellte so fünf stark kontrastierende musikalische Bilder vor, auf die einzulassen sich aber in der Summe wertvoll erschien.
(17.1.2016)

Mozart-Menü mit Tischfeuerwerk

Sonderkonzert zu Rudolf Buchbinders 70. Geburtstag bei der Staatskapelle Dresden

Mit dem Feiern kann man nie früh genug anfangen. Vermutlich ist es den eng gestrickten Konzertkalendern geschuldet, dass der 70. Geburtstag von Rudolf Buchbinder kurzerhand vom Dezember auf den Januar vorverlegt wurde. Das Dresdner Publikum nahm das Geschenk eines Kapell-Sonderkonzertes mit dem Wiener Pianisten gerne an, erfreut sich Buchbinder doch hier einer großen Fangemeinde und musiziert seit Jahren in freundschaftlicher Partnerschaft mit der Sächsischen Staatskapelle. Für das Geburtstagsständchen - der Diminutiv wirkt angesichts des Programms seltsam unangebracht - braucht man indes keinen Pianisten anheuern, Buchbinder selbst beschenkte sich und seine Zuhörer mit Werken von Mozart und Weber und vollführte dies mit sichtlicher Freude, aber auch mit dem von ihm bekannten und vom Publikum geschätzten Anspruch.

So traf er bei den beiden ausgewählten Klavierkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart sehr überzeugend die Charakteristik der Werke - zunächst das in wunderbarer Weise auf ornamentlose, wesentliche Aussagen konzentrierte späte B-Dur-Konzert, KV 595. Vom Klavier aus leitete Buchbinder das gesamte Konzertprogramm und schonte mit drei Konzertwerken auch seine eigene Kraft nicht. Zu Beginn des B-Dur-Konzertes war in der Orchestereinleitung allerdings noch manches verquer, die Musiker befanden sich in puncto Homogenität und Intonation noch in einer Art Findungskommission. Hier wirkte der Vertrauensmotor, den Buchbinder mit sehr sparsamen Bewegungen vom Klavier aus beim Orchester in Gang setzte, noch etwas morgendlich unterkühlt. Doch ist das "concertare" eben ein wachsender Prozess gegenseitiger Inspiration, und mit den ersten Klaviereinsätzen breitete sich ein wunderbar entspanntes, schließlich ein auch vor allem im C-Dur-Konzert KV 467 beseelt zu nennendes Musizieren aus. Interessant waren einige interpretatorische Feinheiten: Wo sich andere Orchester und Solisten bei Mozart gern in Tempo oder Agogik in Sphären der Extreme begeben, besann sich Buchbinder auf Natürlichkeit, vielleicht gar auf eine ehrliche Naivität.

Das war eine sanfte und gleichzeitig kompetente Unterhaltung mit Mozart, die nur an seltenen Stellen die Gefahr des Lapidaren in sich barg - dieser Grat ist aber bei jedem Zuhörer anders ausgeprägt, und Buchbinder zwingt erst recht zum Hinhören, wenn er Mozarts raffiniertes Komponieren nicht auf dem Silbertablett präsentiert, sondern organisch in den Kontext des gesamten Werkes einbettet. Und wenn Mozart dann so genialisch auftrumpft, wie im über das Werk hinaus berühmten Andante des C-Dur-Konzertes, bleibt den Musikern nur, sich diesem Schwelgen hinzugeben. Wenn Mozart das sechs-Satz-Menü der Geburtstagsmatinee darstellte, so war das dazwischen platzierte Konzertstück f-Moll von Carl Maria von Weber das Tischfeuerwerk. Buchbinder versah Webers üppig verzierten, romantischen Klaviersatz mit ordentlichem Vorwärtsgang, arbeitete deutlich harmonische und rhythmische Finessen aus und leitete die Orchestermusiker zu differenziertem Folgen an.

Einhelliger, berechtigter Jubel breitete sich im Opernrund aus, nicht nur das gelungene Konzert, sondern vor allem den Künstler Rudolf Buchbinder und sein lebenslanges und weltweit ausstrahlendes pianistisches Wirken. Davon können sich auch Zuhörer in den Musikzentren Wien, München, Baden-Baden oder Berlin in den nächsten Tagen überzeugen, wenn die Staatskapelle mit Buchbinder auf Tournee geht.
(11.1.2016)

Traum CXVI

Ich bin in einem Kellerraum, der eine Mensa ist und gehe zu einem Tisch mit zwei Stühlen, nah am Fenster, das oben im Kellergewölbe eingelassen ist, man kann aber draußen nichts sehen. An einem weiteren Tisch sitzt M.B., alleine. Auf den beiden Stühlen liegen Obstkartons, in denen Müll angezündet wurde. Der Müll qualmt, ich mache das Fenster auf. Zu mir gesellen sich zwei junge Mädchen, vielleicht 14, 15 Jahre alt und fragen mich, auf welche Schule ich gegangen bin. Ich antworte, aber die Mädchen sagen, sie kennen die Schule nicht.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Das brandneue Testament

Mein erster Kinobesuch in diesem Jahr galt einem neuen Film aus Belgien, der soeben in den Programmkinos angelaufen ist. Jaco van Dormael erzählt die schöne Geschichte von Ea, die mit ihrer Familie in Brüssel lebt. Ihr Vater ist nicht irgendwer, sondern - Gott. Dass wir uns kein Bild von Gott machen sollen, hat nach diesem Film einen Sinn erhalten - denn Gott ist Choleriker, läuft zu Hause im versifften Bademantel herum, guckt Sportsendungen und kommandiert an seiner Familie herum. Wenn er arbeitet, dann in einem kafkaesken Raum voller Schubladen an einem alten PC. Dort initiiert er Naturkatastrophen, aber feilt auch am 2526. Gebot. Seine Tochter bricht aus diesem Horror aus - und zwar durch die Waschmaschine, dem einzigen Ausgang aus der Wohnung. Zuvor hat sie allen Menschen auf der Welt noch den Todeszeitpunkt mitgeteilt, was ungeahnte Auswirkungen hat. Sie schart sechs Apostel um sich, deren je eigene Geschichten von van Dormael liebevoll erzählt werden. Da gibt es den Scharfschützen, die frustrierte Ehefrau - (Catherine Deneuve, die sich fortan in einen Gorilla verliebt), den Obdachlosen oder Willy, der lieber ein Mädchen sein will. Was in der Beschreibung eher nach Klamauk klingt, ist filmisch sehr schön umgesetzt und der Film wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und poetisch inszeniertem Drama - immer wieder hält man inne, um dann wieder in die nächste Überraschung gestürzt zu werden. Leider ist "Das brandneue Testament" mit einem etwas holprigen Schluss versehen, aber der wird hier nicht verraten und mag vielleicht sogar gefallen. Auf jeden Fall ein sehenswerter Film!!



CAST: Pili Groyne, Benoît Poelvoorde, Yolande Moreau, Catherine Deneuve, François Damiens, Laura Verlinden

* Filmseite "Das brandneue Testament"

* Rezension bei filmgazette

Dienstag, 19. Januar 2016

WTF Musik

Auf Anregung von Musik - mit allem und viel scharf gibt es heute von mir auch die Top Ten der #WTFmusik, per definitionem da musica con tutti con acidum: "»WTF-Musik, die [w]. Sie ist eine epochenübergreifende Musikrichtung, die nicht zwischen E- und U-Musik unterscheidet. Sie ist eine Musikrichtung, die nicht durch werkimmanente Charakteristika zusammengehalten wird, sondern einzig die „What the Fuck“-Reaktion des Rezipienten als gemeinsames Spezifikum anerkennt (sic!).«"

Ich muss gleich dazu bemerken, dass innerhalb meiner zehn Titel keine Rangfolge existiert und ich vermutlich noch zweihundertdrölf Stücke ergänzen könnte. Demnach eine Momentaufnahme, und ich lasse sie unkommentiert, da die Gründe sowieso bei jedem Stück verschieden sind. Die Stücke der Liste von Holger würden hier ebenso Eingang finden, aber ich habe versucht, neue Beispiele zu finden. Wenn wir die Listen schön verlinken, gibt es für unsere Leser jede Menge Musik zu entdecken. Und wir wissen ja: The Rest is Noise.



TOP TEN #WTFMUSIK

I. Jón Leifs - Hekla
II. Allan Pettersson - 9. Sinfonie
III. Bloedes Orchester
IV. Mauricio Kagel - 10 Märsche um den Sieg zu verfehlen
V. Johannes Kreidler -bolero
VI. Joseph Beuys - ja ja ja ne ne ne
VII. Richard Wagner - Tristan und Isolde
VIII. Hans-Joachim Hespos - Stitch
IX. Ludwig van Beethoven - Eroica
X. Havergal Brian, 1. Sinfonie "Gothic"
XI. György Ligeti: Mysteries of the Macabre mit Barbara Hannigan

(Im nächsten Blogbeitrag: Wie ich bis zehn zählen lernte)

Mehr #WTFmusik im Opern-Blog bei Barbra Streusand

Dienstag, 5. Januar 2016

Traum CXV

Nur noch zwei Fragmente vorhanden, obwohl ich weiß, dass es einen größeren dritten (ersten) Teil des Traumes gab.
1) ich sitze in einer Runde, einem Stuhlkreis mit vielen Komponisten zusammen. Gegenüber sitzt C.M., der mit dem Gesicht zu mir sitzt . Er sagt, jetzt kommen C. und ? (Namen hab ich nicht mehr), die tatsächlich hinter ihm den Raum betreten. Ich wähne mich in einem Kreis von Sehern, von Weisen.
2) Ich schaue oben aus dem Fenster. Unten auf der Straße fährt ein VW-Bus, es ist spiegelglatt. Der Bus schleudert, stößt andere Autos an, kippt um und zerlegt sich in Einzelteile, viele kleine Pakete.

Medley zum Jahresausklang

Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden mit Lang Lang und Christian Thielemann

Ernst, Gediegenheit und Anspruch: was man der klassischen Musik oft nachsagt, ist zumindest an einem Tag des Jahres widerlegbar. In den allenorten stattfindenden Silvesterkonzerten werden, wenn nicht gerade dem Ritus der Aufführung der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven gehuldigt wird, bunte Programme aufgelegt, die der leichten Muse innerhalb der Klassik huldigen oder auch einen Grenzgang wagen, in jedem Fall aber bestens unterhalten. Dieser Maxime geht auch Christian Thielemann mit der Sächsischen Staatskapelle seit Beginn seiner Amtszeit in Dresden nach - die vom ZDF regelmäßig ausgestrahlten Silvesterkonzerte sind Chefsache.

In diesem Jahr machte Thielemann chronologisch etwa dort weiter, wo er vor zwei Jahren endete: nach den Roaring Twenties waren nun die amerikanischen Fifties dran, die natürlich ohne die Vorarbeit von George Gershwin nicht denkbar sind. Im von Kamerakränen und Scheinwerfern dominierten Ambiente gab es in der Semperoper aber zu Beginn erst einmal einen klassischen Ausflug nach Norwegen: der weltweit gefeierte chinesische Pianist Lang Lang spielte Edvard Griegs 1868 entstandenes Klavierkonzert a-Moll. Einen anderen Grund, als den Starsolisten, der später noch einen zweiten Auftritt mit George Gershwins "Rhapsody in Blue" erhielt, angemessen in Szene zu setzen, gab es wohl nicht für diesen Programmpunkt und es ist auch besser, diese Darbietung schnell zu vergessen.

Wie Intensität ohne exzentrische Übertreibung ein musikalisches Hochgefühl erzeugen kann, machte die Staatskapelle in der Einleitung zum zweiten Satz fabelhaft vor. Lang Lang fand diese Grenze allerdings nicht, wichtiger als das Klavierspiel schien alles Drumherum zu sein. Seine körperlichen Gebärden kindlichen Entdeckens eines Harmoniewechsels, der natürlich im großen Ritardando zelebriert sein muss, wirkten kurios, und in der Aneinanderreihung von maßloser Akzentsetzung, Unterteilung von Takten in zwei verschiedene Tempi und Untermauerung der Großartigkeit der Musik mit Fußtritten im Forte verzerrte sich das im komponierten Satz übrigens auch nicht beherrschte Konzert zur Karikatur. War hier die Dosis des Ausdrucks mit permanentem Überdruck versehen, vermisste man diesen ausgerechnet in Gershwins "Rhapsody in Blue". Zwar packte Lang Lang hier nun eine gewisse Lässigkeit aus, doch die Virtuosität wirkte ausgestellt und bediente vorrangig die Ebenen von Geschwindigkeit und Pathos, wodurch das beim Zuhörer mitwippende Bein ein ums andere Mal in unerklärlichen Schleuderkurs geriet.

Merkte man schon in der Orchesterbegleitung der "Rhapsody (selbstverständlich mit fulminantem Klarinetten-Solo zu Beginn!), dass die Staatskapelle an diesem Abend ausnehmend gut aufgelegt war, so geriet der weitere Fortgang des Konzertes, insbesondere in den Bernstein-Stücken aus "On the Town" und "Wonderful Town" zu einem tollen orchestralen Klangrausch. Zwar merkte man im Detail die Zerrissenheit manches Musikers, als Mitglied eines Spitzenorchesters die broadwaytypischen "dreckigen" Harmonien und Rhythmen voll auszukosten, doch Thielemann gelang diese Gratwanderung und vertraute dem Können seiner Musiker. Die israelische Mezzosopranistin Rinat Shaham und der US-amerikanische Bariton Lucas Meachem - letzterer wird den Dresdnern 2016 in der Premiere von "Don Giovanni" wiederbegegnen - vergoldeten schließlich bekannte Songs wie "As Time Goes By" oder "Lady be Good" mit sängerischem Feingefühl; hier stand nicht opernhafte Selbstinszenierung, sondern musikalischer Esprit im Vordergrund, so dass man als Zuhörer nur noch schwelgen durfte.

Ein bewegender Moment entstand, als Meachem in Cole Porters "I love Paris" ein kleines Tuch mit der französischen Flagge an sein Herz drückte - es brandete spontaner Applaus auf, und bei aller üblichen und zulässigen Ausgelassenheit am Jahresende fand diese Geste der Freundschaft und des Gedenkens ebenso auch wie das im Programmheft auf einer Sonderseite abgedruckte Bekenntnis des Orchesters zu den in der Schillerschen "Ode an die Freude" ausgedrückten Idealen des Humanismus und der Mitmenschlichkeit einen angemessenen Platz.
(2.1.2016)

Freitag, 1. Januar 2016

Schneefrei und kontrastreich

Weihnachten in aller Welt mit den MDR-Chören in der Frauenkirche

Jeder von uns kennt die altbekannten Weihnachtslieder und singt sie zu Hause oder in der Kirche, und in diesen Tagen kann man die Vielfalt der musikalischen Weihnacht in vielen Konzerten hören. Weihnachten wird in jedem Land anders gefeiert und auch anders besungen, der Ausdruck reicht von inniger, still geformter Gläubigkeit bis hin zu fröhlichen Festgesängen, von barocker Kunst bis hin zu folkloristischem, manchmal gar kitschigem Arrangement. Wer im Advent aufmerksam das Radioprogramm verfolgt hat, konnte bei MDR figaro ganz persönliche Geschichten und Lieder der Mitglieder des MDR-Rundfunkchores hören, der sich aus Sängerinnen und Sängern vieler Nationen und kultureller Identitäten zusammensetzt.

Im Weihnachtskonzert in der Frauenkirche stellte der Chor am Sonnabend einen Teil dieses klingenden Adventskalenders vor - Volksweisen aus aller Welt wechselten sich mit umfangreicheren Motetten aus dem 19. und 20. Jahrhundert ab. Programmatisch hatte man das Konzert zwar unter den Titel "Friede auf Erden" gestellt, und natürlich bildete das Weihnachtsfest den roten Faden, aber die insgesamt siebzehn Stücke glichen eher einer flotten Schlittenfahrt um den Erdball, man musste sich seine Pralinen darin selbst suchen.

Gefühlsselige Sätze wie Biebls "Ave Maria" oder Lauridsens "O magnum mysterium" verloren hier den Contest gegenüber dem herrlichen Carol "There is no rose of swych virtue". Den ersten Teil bestritt der von Ulrich Kaiser geleitete MDR Kinderchor - die außerordentliche Qualität dieses Ensembles besteht in selbstverständlicher Intonationsreinheit, Klarheit in der Sprache und differenzierter Gestaltung. Gern folgte man den traditionellen Weisen und manches Lied erklang in moderneren Arrangements wie etwa das zugegebene "Stille Nacht" mit einer schon etwas kurios anmutenden Orgelbegleitung in der dritten Strophe. Was bei allem herausragenden Können des Kinderchores leider fehlte, war eine emotionale, warmherzige Atmosphäre. Da war die Perfektion insgesamt zu deutlich einhergetragen, und das Fallenlassen in die Schönheit der Melodien fiel gerade deshalb schwer. Eher nüchtern durchorganisiert wirkten schlichte Lieder wie "Maria durch ein Dornwald ging", während etwa Josef Rheinbergers anspruchsvolle Sätze aus der "Weihnachtsmesse" in ihrer Farbigkeit mehr überzeugten.

Auch der zweite Teil des Konzertes lebte von Kontrasten - hier das traditionelle französische Lied "Les anges dans nos campagnes", dort Arnold Schönbergs spätromantisch aufwallendes Chorwerk "Friede auf Erden". Philipp Ahmann, Chordirektor des NDR Chores, lockte mit flexiblem, auf Klangfülle wie auch Differenzierung setzendem Dirigat die Stärken des Chores hervor und die geisterhaft leisen Passagen des Schönbergwerkes beeindruckten da ebenso wie das später im Frauenkirchenrund gesungene "Es ist ein Ros entsprungen" in der Bearbeitung von Jan Sandström oder die mit viel Sinn für die schwierige Harmonik locker und transparent gesungenen Weihnachtsmotetten von Francis Poulenc. Mit "El Cant dels Aucells" (Der Gesang der Vögel), das durch Pau Casals berühmt gewordene katalonische Weihnachtslied, gestaltete der MDR-Rundfunkchor mit Alba Vilar (Solosopran) einen überaus berührenden Abschluss des Konzertes, von der Sehnsucht und dem Heimkommen am Weihnachtsfest kündend. Fehlt nur noch der von Gustav Holst in "In the bleak midwinter" besungene Schnee, der fiel "mitten im kalten Winter, vor langer Zeit."


* CD-Tipp: Strålande Jul - Strahlende Weihnacht - Weihnachtslieder aus Deutschland und aller Welt, MDR-Rundfunkchor, Philipp Ahmann (Label genuin)

(21.12.15)

Sonntag, 20. Dezember 2015

In den Lücken der Verzweiflung

Premiere von Friedrich Goldmanns Opernphantasie "R. Hot bzw. Die Hitze" in Semper 2

Nach fünf Jahren Ehe wird die so genannte "Holzhochzeit" gefeiert. Da wird nicht nur auf Holz geklopft, das Holz ist auch das Symbol für Bestand und Festigkeit. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren wurde an der Semperoper die kleine, feine Bühne Semper 2 eröffnet, um vor allem Kammer- und Barockoper, aber auch Nachwuchstalenten und Experimentellem ein Podium zu bieten, und damit eben genau die vielschichtigen, intimen Musiktheaterformen zu ergänzen, die im großen Haus ungeeignet wären, aber doch zwingend zu einem führenden Opernhaus dazugehören.

Die erste Semper 2-Premiere der Saison 2015/2016 war am vergangenen Freitag die 1971-74 und drei Jahre später an der Berliner Staatsoper uraufgeführte entstandene Oper "R. Hot bzw. die Hitze", das einzige Werk dieser Gattung des 2009 verstorbenen Komponisten Friedrich Goldmann, dessen Werke auch in Konzerten der Musikhochschule jüngst vorgestellt wurden. Bei der Wiederentdeckung oder -erweckung von in der DDR entstandenen Musiktheaterwerken ist die erste zu stellende Frage für Regisseur wie Publikum: was bedeutet uns ein solches Werk heute? Warum bringen wir es auf die Bühne? Vor allem im Mut zum Ausstellen des Widerspruchs, zum Kante-Zeigen und in der Feststellung, dass das Ziel eines gelungenen Opernabends seltenst durch ein perfektes Drama erreicht wird (was wäre dies überhaupt?), lag die Stärke der Entscheidung für dieses Goldmann-Werk. Denn sowohl Goldmann als auch der die Vorlage liefernde Jakob Michael Reinhold Lenz nennen ihr Kunstwerk "Phantasie" und legitimieren damit einen freien, in Gedanken strömenden Vorgang und Umgang mit Themen, der in einem Nummernballett unglaubwürdig erscheinen würde. Dazu passt Goldmanns Musik "in über einhundert Posen".

Tatsächlich sind es 112 Szenen, die hier mal in fließendem Übergang, mal mit scharfem Schnitt aneinandergereiht sind, und die trotzdem ein Ganzes ergeben, vor allem auch, weil Regisseur Manfred Weiß dem unaufhörlich sich steigernden Zug des Stückes folgt, das regelrecht in ein Finale hineinkippt, dessen Charakter zwischen Hölle und Satire schwankt - eine uns in heutigen Tagen seltsam bekannte Emotionsachterbahn. Lenz' Drama, dem Goldmanns Librettist Thomas Körner 1974 eng folgte, konzentriert sich stark auf die Person des jungen Robert Hot, seinem Schicksal und vor allem seiner Vaterbeziehung. Die Konzentration wird von Goldmann in die Partitur aufgenommen: nur ein Bläserquintett samt Kontrabass und E-Orgel sitzt da, aber wie unendlich farbig Goldmann die sieben Musiker, die auch Maultrommeln und zahlreiche Percussion bedienen, be- und ausnutzt, das ist absolut hörenswert. Regisseur Manfred Weiß tat gut daran, die Charakterlinien des Robert Hot zwischen Fremd- und Eigenbestimmung verfolgbar zu machen, indem recht spartanisch agiert wird im Semper 2-Kubus. Ein schwankender - nichts ist in diesem Stück von Sicherheit - Quader dient als Palast oder Gefängnis, Bühne und Kostüme (Timo Dentler, Okarina Peter) lenken nicht ab, sondern vermitteln einen klaren Bewegungs- und Haltungsraum. Videos von unangenehm vor dem Auge rotierenden Plattenbaufassaden oder sich bewegenden Vorhängen deuten ebenfalls auf die permanent vorhandene latente Unruhe im Stück hin.

Robert Hot gewinnt die Sympathien der Zuschauer, schon allein durch die von Lenz subtil gestaltete Befreiungsaktion vom Vater. Was der ansonsten an der Kölner Oper wirkende Tenor Martin Koch, den man als Gast erstmals in Dresden erlebte, aus seiner ohnehin stimmlich halsbrecherischen Hauptrolle als Robert Hot auch darstellerisch herausholt, ist nur phänomenal zu nennen - ist er doch in den 90 Minuten auch permanent präsent auf der Bühne. Peter Lobert gibt stimmlich wie körperlich den überzeugenden Übervater, Tom Martinsen den hemdsärmeligen Mitläufer Lord Hamilton und die Britin Menna Cazel (Junges Ensemble der Semperoper) glänzt mit idealisiertem Mädchen-Pink, aber auch mit bezirzender Stimmkunst - weiterhin wirken in kleineren Rollen Allen Boxer und Michael Kranebitter mit. Die kleine Abordnung der Sächsischen Staatskapelle samt Akademisten ist unter Max Rennes umsichtiger Leitung hochmotiviert und bringt Goldmanns Kamikaze-Arabesken noch im richtigen Taktmaß unter. Wenn überhaupt ein Wunsch offenbleibt bei dieser ver-rückten Oper, die ihre stärksten Momente in den von Regisseur Weiß wie auch von Goldmann in den Fokus gerückten Lücken der Verzweiflung hat, dann der, dass die Dosis der Abstraktion, der Überwältigung noch hier und da stärker ausfallen dürfte, um dem Stück auch seine schwachen Momente zu nehmen.

Der etwas angestaubt-bemühte Rocksong-Einspieler etwa hätte noch mindestens einen Esslöffel Wahn mehr ausgehalten. Überraschend blieb am Ende des Abends wieder einmal die Erkenntnis, dass bei allem politischen Stichen, die Goldmann auch in diesem Stück mit aller damals gebotenen Vorsicht setzt, Robert Hots von Lenz vorgesehene Selbstrichtung am Ende durch einen hoffnungsvollen Neuanfang des Paares ersetzt wird. In Hanns Eislers "Ernsten Gesängen" heißen die letzten Zeilen des Sängers "Was auch ohne ihn blüht, preist er, künftigen Glückes gewiß." - Friedrich Goldmann nimmt mit Robert Hot das Schicksal am Ende selbst in die Hand: "Behaltet Euren Himmel für Euch!"
Alexander Keuk

Weitere Aufführungen: 12./14./17./20./21.1.

(14.12.2015)

Blütezeit der Spätromantik

Rachmaninow, Elgar und Sibelius im 4. Kapell-Sinfoniekonzert

Zwischen 1899 und 1909 sind die drei sinfonischen Werke entstanden, die bei der Staatskapelle Dresden im 4. Sinfoniekonzert der laufenden Saison auf den Pulten lagen - der Zeitraum benennt eine Blütezeit der Spätromantik, in der auch die meisten Sinfonien von Gustav Mahler oder sinfonische Dichtungen von Richard Strauss veröffentlicht wurden. Sergej Rachmaninow, Edward Elgar und Jean Sibelius in einem Programm gegenüberzustellen bot also reizvolle Bezüge, beispielsweise im Einbezug der nationalen Schulen und weitreichenden Musiktradition der jeweiligen Länder.

Thematisch war der erste Teil des Konzertes dem Meer gewidmet - in Rachmaninows berühmter, 1909 beim Aufenthalt in Dresden vollendeter sinfonischen Dichtung "Die Toteninsel" nach dem Gemälde von Arnold Böcklin sind die Wogen durchweg spürbar und durchaus von Lebendigkeit durchzogen, bei Böcklin liegt das Wasser still. Der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, Donald Runnicles, gastierte wieder einmal im Kapellkonzert und wollte wohl zu Beginn für eine passende, kontemplative Stimmung sorgen. Etwas zuviel Ordnungswille im ersten Drittel führte aber genau zum Fehlen des Klangschmelzes, der eine spannungsvolle, zur Steigerung taugende Atmosphäre hervorrufen würde. So kam Runnicles mit dem Orchester erst ab dem zweiten Höhepunkt des Werkes wirklich in Schwung, waren auch immer wieder kleinste Schwankungen im Tempo und im Zusammenspiel zu beobachten.

Edward Elgars Orchesterlieder "Sea Pictures", Opus 37 sind auf der britischen Insel weitaus häufiger zu hören als hier - See und Se(e)hnsucht liegen uns Kontinentalbewohnern nicht so sehr im Blute, als dass wir eine manchmal mit gehörigem Pathos verbundene Meereslyrik als allererste Vorliebe nennen würden. Die schottische Mezzosopranistin Karen Cargill zeigte sich vertraut mit den Liedern und gestaltete sie farbenreich und technisch mühelos - ihr Timbre mit einer schon etwas fahl-eisernen Tiefe mag zwar gewöhnungsbedürftig sein, aber für die zum Teil balladesken Lieder passte die Interpretation. Den üppigen Orchesterpart hatte Runnicles vorsichtig sachwaltend in der Hand, viele Details dieser Meeresmusik kamen so gut zur Geltung. Dass Jean Sibelius in dieser Komponistenrunde als fortschrittlichster Kandidat wirken musste, ist kein Geheimnis: wer solch eine ruppig-schöne Sinfonie als Erstling auflegt, zeigt trotz mancher im Stück verarbeiteten Vorbilder der Tradition einen großen Mut.

Ein herrliches Klarinettensolo (Robert Oberaigner) leitete die Sinfonie ein, schwungvoll nahm Runnicles das Allegro des ersten Satzes auf. Erneut waren hier kleine Mängel in der Homogenität und im fließenden Zusammenspiel der Orchestergruppen spürbar und trotz vieler wirklich traumhaft schöner Stellen vor allem im 2. und 3. Satz kam die letzte, zwingende Kraft der Interpretation nicht zustande. Der von vielen Kontrasten und Stimmungsumschwüngen bestimmte 4. Satz wurde von Runnicles kaum atmend in den Übergängen durchgezogen, so dass sich die Intensität des Spiels nicht an allen Stellen frei entfalten konnte, auch fehlte vielen Holzbläserpassagen im Tutti die glänzende Präsenz. Erst zum von Sibelius fahl auskomponierten Abgesang der Sinfonie am Ende des Finales stellte sich wieder eine Hochspannung ein, die man vorher in der Aneinanderreihung schöner Augenblicke vermisst hatte; insgesamt hätte diese starke, eigentlich im Kontext auch sensationell neutönende Sinfonie mehr Innenbetrachtung verdient, die zu Atmosphäre und Spannung beigetragen hätte.
(30.11.2015)

Sonntag, 13. Dezember 2015

Traum CXIV

Noch einer von der Sorte "detailreich". Ich wohne in W., mitten in der Fußgängerzone. An einem Morgen gehe ich joggen, und zwar um die Häuserblöcke der Innenstadt herum, in einem weißen Schlafanzug. Um die Uhrzeit, halb sieben, ist sonst niemand auf der Straße, allerdings treffe ich mehrere Nachbarn, die ebenfalls in einem weißen Schlafanzug/Nachthemd um die Häuser joggen, was aber ganz normal ist. Dann treffe ich S. - zum ersten Mal - im Flur im Haus, es gibt ein paar schüchterne erste Worte, wir gehen dann spazieren. Sie findet einen vergorenen Lachs und knabbert daran, ich schaue ihr zu, es muss Sommer sein, sie hat eine sonnengebräunte Haut und ein T-Shirt an. Wir sitzen irgendwo in einem Park. Wir haben beide Hunger und planen irgendwo frühstücken zu gehen. Vom Park aus schauen wir zu einem Flughafen hinüber, wo eine Linienmaschine rangiert, allerdings mit dem vorderen Rumpf mehrfach auf dem Boden hopsend, bevor das Flugzeug zum Stand kommt. Ein Mann zieht das Flugzeug dann von der Betonpiste über eine Straßenkreuzung und in eine Tiefgarage - ich wundere mich noch, dass das Flugzeug hineinpasst, aber das soll alles wohl so sein. Ich nenne S. die Namen von drei Pferden, nur der dritte Name ist noch halb im Gedächtnis, Regana oder so ähnlich. An dieser Stelle ein Cut im Traum, ich stehe vor der Wohnungstür von R. - offenbar bin ich nicht erwartet, sie öffnet in einem plüschigen Bademantel, der aber mehr als Verkleidung eines überdimensionierten Teddybären wirkt und in dem sie wie in einem Korsett hängt, der rechte Arm abgewinkelt in die Luft und das ganze Kostüm viel zu groß. Sie ist erstaunt, mich zu sehen, läßt mich aber trotzdem herein. (ende hier)

Samstag, 12. Dezember 2015

Traum CXIII

Detailreicher Traum, leider ist vieles schon kurz nach dem Wachwerden verschwunden, ich weiß aber, dass ich nahezu "hellwach" geträumt habe und daher alle Gespräche und Bilder sehr scharf gezeichnet waren. Was übrig ist: ich hatte viel zu tun und daher den Hund abgegeben - an die US Navy. Als ich ihn zurückholen will, muss ich mich durchtelefonieren und habe verschiedene Generäle am Telefon, die mir versichern, dass es dem Hund gutgeht. Ich bin dann auf einem Schiff. Wir nähern uns dem Flugzeugträger "Newton", fahren seitlich vorbei und in Kabinenfenstern kann ich meinen Hund sehen, der rausguckt. Es ist übrigens ein Boxer - auch am Telefon fällt erst der Name "Tina" (das war unser Boxer zu meiner Jugendzeit), später dann aber auch "Muschu". Bei der Übergabe ist Tina ruhig, sie sieht gut gepflegt aus.

Montag, 30. November 2015

Adventskalender 2015

Dann starten wir mal den Thread und hoffen, er füllt sich über die Adventstage, denn die Online-Kalender in meinem Blog haben ja Tradition. Ein erster Blick auf bekannte Seiten offenbart aber: so üppig wird es in diesem Jahr nicht, bei Philharmonie und Semperoper etwa sind noch keine Links vorhanden, viele werden sicher auch morgen erst ihr Kalendergeheimnis lüften. Für alle, die meine Liste noch nicht kennen: ich habe mal irgendwann ausschließlich mit Kalendern von Fluggesellschaften angefangen und natürlich nie etwas gewonnen. Daher dehne ich die Kalenderseite nunmehr auf meine Blog-Basics aus: Kultur im weitesten Sinne und alles, was Dresden betrifft.

Los geht's:

Kultur
* Der Adventskalender der Semperoper Dresden
* Staatsoperette Dresden (na, wer hat denn da einen Tag zu früh schon alles public gestellt?)
* concerti - Adventskalender, in diesem Jahr mit Bonusverlosung bei facebook!
* Das Ensemble musikfabrik bedankt sich mit einer kleinen Lotterie an den vier Adventssonntagen und verlost CDs

Dresden
* Dresden for Friends
* der Flughafen Dresden startet erstmalig einen Adventskalender bei facebook
* Laufszene Sachsen
* Bei der SLUB ist der Adventskalender ein Azubiprojekt.

special
* Mal was anderes: PIA - Physik im Advent lädt zu Experimenten ein. Aber nicht den Christbaum auf den Mond schießen!
* Unter dem Titel "Accidental Advent" präsentiert das Ensemble für nicht gekonnte Musik einige Überraschungen.
* Klar: der Tatort-Adventskalender darf hier nicht fehlen.
* beim Vogelarten-Adventskalender (Blog oder facebook) der UN-Dekade Biologische Vielfalt kann man etwas über unsere gefiederten Freunde lernen!

offline
* Neustadt-Adventskalender, erhältlich beim Kirchspiel DD-Neustadt
* Adventskalender im Hechtviertel - jeden Tag eine andere Darbietung!
* etwas verspätet: Advenster Neustadt

(t.b.c.)

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