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Rezensionen

Montag, 30. November 2009

Novembereske Lied-Romantik

Vesselina Kasarova im Liederabend der Semperoper

Sie hat mit Rossini Welterfolge gefeiert, singt Mozart glasklar und Händel voller Glut. 2008 gab sie ihr Debut als Carmen und zwischen Massenet, Rossini und Händel wechseln ihre derzeitigen Engagements. In Dresden hat sie eine treue Schar von Verehrern, allerdings hätte man Vesselina Kasarova ein rappelvolles Haus zu ihrem Liederabend gewünscht, denn gerade im Semperbau gestaltete die Ausnahme-Sängerin schon einige unvergessliche Opern- und Liederabende. Nicht wirklich erklären kann ich mir auch den recht spärlichen Applaus nach dem 1. Teil ihres Programmes, denn was die bulgarische Mezzosopranistin aus scheinbar hinlänglich bekanntem Liedgut von Johannes Brahms und Robert Schumann machte, war eine Demonstration von Authentizität, Charakter und technischer Brillanz. Wer bei der Kasarova allerdings den Diven-Glanz suchte, die extrovertierte Rampen-Sau gar, der war völlig fehl am Platze. Vesselina Kasarova modelliert, sie sucht einen bestimmten Klang für jede noch so feine Ausdrucksnuance der Lieder. Sehnsucht ist nicht gleich Sehnsucht und ein Verlassen-Werden hat immer eine andere Färbung von Trauer und Endgültigkeit. In der Zeichnung dieser Emotionen sind Brahms und Schumann ungeschlagene Meister und Vesselina Kasarova spürte den Stimmungen mit jeder gesungenen Note nach. Charles Spencer verbreitete am Flügel Vertrauen und Mitgefühl mit einer Anschlagskultur, deren Nuancenreichtum selbst Solo-Pianisten kaum in solch voller Palette entfalten würden. Jeder Einstieg bereitete perfekt die ganze Szenerie vor, jedes Nachspiel wurde zu einem kleinen Gedankenwunder. Novemberesk gelangen Schumanns "Arme Peter"-Gesänge, wie überhaupt der ganze erste Teil von Herbstlaub und Abschieds-Witterung überwuchert zu sein schien. Da war Brahms' "grüne Liebe" gerade mal ein aus einem Guss geformter kurzer Lichtblick. Den stetigen Wechsel zwischen innigster Ausformung und offen herausfahrender Dramatik meisterte Kasarova mühelos. Der "Lerchengesang" von Brahms war das intimste Beispiel einer vorsichtigen Zurückgezogenheit. "Von ewiger Liebe" steigerte sich nach langsamem Beginn in immer neuen Wogen bis zum unumkehrbaren Bekenntnis des Mädchens: "Unsere Liebe muss ewig bestehen". Nach der Pause gab es einen Weltenwandel im Programm und auch in den Interpretationen. Mit der Hinwendung zum russischen Kunstlied betrat die Sängerin völlig andere Gefilde, die sie stimmlich mit mehr Schmelz und damit auch natürlicher Flexibilität in Tempo und Dynamik anging. Hier war weniger die durchaus klassisch "deutsche" Überlegung und bewusste Formung gefragt. Stattdessen beobachtete man freudig, wie sie von Lied zu Lied immer mehr in die großen Bögen hineinsank, sich auch einmal vom schützenden Flügel entfernte und in Peter Tschaikowskys "Ob heller Tag" tosende Leidenschaft entfaltete. All diese Lieder gelangen ihr mit hingebungsvoller Ehrlichkeit, die in den Bann zog. Auch Sergej Rachmaninows Lieder waren wunderbare Entdeckungen, endgültig verfallen durfte man ihrer Stimme natürlich in den zwei bulgarischen Volkslied-Zugaben. Damit war sie zu Hause angekommen und jeden ihrer Zuhörer lud sie wie einen persönlichen Gast ein. Diese Erlebnisse sind selten geworden in der schnellen, lauten Musikwelt.

Filigran-fragile Comoedie

Benjamin Schweitzers "Dafne" als szenische Uraufführung in Freiberg

Mut und Offenheit gegenüber zeitgenössischen Künsten bewies, wer am Mittwochabend die Premiere des Mittelsächsischen Theaters in Freiberg besuchte. Denn mit Benjamin Schweitzers "Dafne" stand ein zeitgenössisches Musikwerk auf dem Programm, dessen Realisierung und fragmentarische Spezifik jenseits aller bekannten Genres dem Zuhörer einiges abverlangte. Die Götterversammlung fand nicht in den heiligen Theaterhallen statt, sondern sehr profan und zeitgemäß im Karl-Kegel-Bau der TU Bergakademie Freiberg. Erste Feststellung (auch der Regie): das 2006 in Berlin bereits konzertant vorgestellte Werk des 1973 geborenen Komponisten dauert genau eine halbe Stunde. War es da Not oder Tugend, den Abend mit Erläuterungen, Lesestunde im Hörsaal und Wandeltheater in der Maschinenhalle aufzublähen? Dem gleich neben dem Kassentisch zu Beginn aufgeführten Madrigal "Così morir debb'io" von Heinrich Schütz kam jedenfalls eine Schlüsselfunktion zu. Zum einen als Huldigung an den Sagittarius, dessen eigene Dafne-Musik nicht mehr erhalten ist, zum zweiten aber, und damit setzte Dirigent Jan Michael Horstmann das erste Ausrufezeichen, trifft das Madrigaleske, Filigrane ganz den Kern von Schweitzers Kompositionsweise und bildet somit die Brücke zur Gegenwart.
Denn mit der altbackenen Genreschublade "Oper" kommt man bei diesem Collage-Fragment nicht weit, da nützt auch der putzig inszenierte Tag der offenen Tür auf dem Götterberg Olymp nichts mehr. Mit der Harmlosigkeit des Schäferstücks allein gibt sich Schweitzer nicht zufrieden. Seine Hinzudichtungen, Umstellungen oder Dopplungen sind so behutsam, dass man das Gefühl nicht losbekommt, an dieser Götter-Speise könnte man sich die Finger verbrennen, wenn zuviel Barock, zuviel Oper oder gar zuviel Musik hineinkäme. Sauber trennt er Licht und Schatten des Stoffes, wird als Komponist eher zum Betrachter der Gemengelage und läßt offen, ob das ökologische Nirwana der Dafne als singender Baum eher der Comoedie oder dem Drama zuzuordnen ist. Regisseurin Judica Semler indes kümmerte sich wenig um die Fragilität des Fragmentes, sie beließ die barocken Figuren in ihren Kokons. Lediglich der hervorragend präsente Chor ist bebrillt im Stande, die Szenerie sowohl scharfzustellen, Blindheit vorzutäuschen oder schlicht per Grubenlampe Noten und Text zu lesen. Letzteres ist dem Publikum leider nicht vergönnt, doch gerade die Schweitzersche Behandlung des Originaltextes von Martin Opitz (1597-1639) hätte weitergehendes Verständnis ermöglicht. Uta Simone (Dafne), Susanne Engelhardt (Cupido), Miriam Sabba (Venus) und Guido Kunze (Apollo) bilden ein sängerisch sehr überzeugendes Götterensemble, Christian Weber legte als Ovid etwas zuviel Emphase in seine Erläuterungen. Ein kleines, feines Instrumentalensemble hielt in dieser kurzweiligen "Dafne" die Fäden zusammen und dort spielt sich auch wirkliches Kammertheater ab: Schweitzer entfernt alle künstliche Erzählzeit aus dem Stück (was dem Hörer Anstrengung abnötigt, denn sowohl Liebeswerbung, Verwandlung als auch Tod sind in wenigen Minuten passé) und bietet eine in den Momentaktionen unglaublich variantenreiche Klangpalette feil. Ein überflüssiger Zeitfüller war indes die Darstellung von zeitgenössischen Spieltechniken auf den Instrumenten vor Beginn der Oper, was nur ohne ärgerliche Veralberung des Sujets einigen Sinn gemacht hätte. Der starke Beifall am Schluss zeigte, dass das offene, begeisterte Freiberger Publikum solcherlei bemühtes Beiwerk kaum benötigt - über gutes Essen redet man nicht, man genießt es. So hätte Schweitzers Werk in Freiberg auch durchaus für sich alleine sprechen können, die Zurseitstellung eines kontrastierenden Einakters oder einer Barockoper wäre spannende Aufgabe für die Zukunft.

Weitere Aufführung: Dienstag, 1.12., 19.30 Uhr
http://www.mittelsaechsisches-theater.de/

Sonntag, 22. November 2009

Orient und Okzident vereint

Ranajit Sengupta und Miguel Guldimann bei "Musik zwischen den Welten"

Zum dritten Mal gastierte der indische Sarod-Spieler Ranajit Sengupta innerhalb der Konzertreihe "Musik zwischen den Welten" in Dresden und freute sich außerordentlich, seine Musik den Dresdnern quasi wie ein Geschenk geben zu können - in dieser hingebungsvollen Leidenschaft sind indische Musiker ohnehin einzigartig. Neben traditionellen Klängen anderer Kulturen stellt "Musik zwischen den Welten" regelmäßig auch neue Projekte und Zusammenarbeiten verschiedenster Musiker vor. So kam Sengupta dieses Mal nicht allein, sondern brachte den in Peru geborenen und seit seiner Kindheit in der Schweiz lebenden Gitarristen Miguel Guldimann mit. "Anuraag" (aus dem Sanskrit, etwa: "universelle Liebe") nennt sich das Duo, das in der Dreikönigskirche auf insgesamt 33 Saiten musizierte: Die Sarod, ein der Laute verwandtes indisches Melodieinstrument, hat allein 25 Saiten - Miguel Guldimann spielte im Konzert die eher selten zu hörende 8saitige Konzertgitarre. Vor Konzertbeginn herrschte bereits Spannung - würden diese so unterschiedlichen Saiteninstrumente überhaupt zueinander passen, zueinander finden? "Enjoy our tuning" war dann auch Senguptas leicht ironische Ansage - jeder einzelne Song bedurfte einer besonderen Neu-Stimmung der Instrumente, um Orient und Okzident in einem quasi neuen musikalischen Universum zu vereinen. Dabei schlug das kulturelle Pendel mal mehr in Richtung abendländischer, kadenzgebundener Musik, mal mehr in Richtung der abenteuerlich verzierten Melodik des Inders aus. Klassische Ragas gab es an diesem Abend nicht zu hören, wenngleich Senguptas temperamentvolle Spieltechnik natürlich über viele Jahre aus der Raga-Musik gespeist ist. Triebfeder der beiden Saitenspieler waren vor allem Rhythmus und gesprächartiges Miteinander; so scheute sich das Stück namens "Dialog" auch nicht, einen fast rockigen Groove auszubilden, während andere Songs wie "New Beginning" eher volkstümlichen Charakter aufwiesen. Sengupta und Guldimann trafen sich für dieses Musikprojekt mehrfach in Deutschland, der Schweiz und in Indien. Die gemeinsam erarbeiteten Kompositionen sind ganz eigene Charakterstücke, die beiden Musikern genug Raum und vor allem Zeit zur virtuosen Entfaltung geben. Zwischen nahezu sinfonisch zu nennenden rhythmischen Tableaus und verästelten, melancholischen Solomelodien waren hier viele Zwischentöne und Entwicklungen zu verfolgen. Selbst wenn Guldimann nur dezent begleitet, sind die kleinen Untergrundmodelle klug erdacht und nähern sich dem klangfarblichen Reichtum der Sarod an. Tabla-Kaskaden (Rupak Bhattacharjee) fügten sich auf natürliche Weise hinzu, so dass man am Ende das Gefühl nach Hause trug, einen ganz originären Abend erlebt zu haben, in dem Respekt, Verständnis und die Freude am Musikmachen sich unmittelbar mitteilen konnten.

(19.11.)

Dienstag, 10. November 2009

Von der Bretagne über Estland nach Österreich

Neue Töne im Konzert der Sinfonietta Dresden

Natürlich freut sich ein Konzertveranstalter, wenn ihm eine besonders schlüssige Dramaturgie gelingt. In manchen Fällen kann aber auch das Experiment interessant sein, gegensätzliche Werke und Bezüge aufeinanderprallen zu lassen, um durch die ungeahnte Wirkung den Horizont zu erweitern. Mit der Konzertreihe "Spiegelungen" der Sinfonietta Dresden in der Dreikönigskirche werden diese Experimente zum Programm: eine Haydn-Sinfonie gesellt sich zu einem neuen sächsischen Werk und einem weiteren zeitgenössischer Provenienz, das "an den Rändern Europas" entstanden ist. Und auch diesmal wieder schärften die neuen Werke das Bewusstsein für die Modernität des Hofmusikers der Esterházys und in den beiden neuen Kompositionen war natürlich jede Menge Tradition zu entdecken. Der wagemutige Flug durch Europa begann diesmal in Sachsen, führte über die Bretagne nach Estland und über Österreich zurück nach Frankreich. Einen Jetlag bekam man davon nicht, aber in Helena Tulves "Stream" war zumindest ein unaufhörlicher Weg vorgezeichnet, der dieser Reise hätte entsprechen können. In einer Quartettbesetzung brachen sich in der Komposition der Estin die Töne sehr verästelt, aber in zwingender Tonsprache ihre Bahn und steuerten einem rhythmisch kernigen Höhepunkt zu. Andreas Kersting hatte zuvor ein opulentes, farbiges Gemälde zum höchst intimen Gedicht "A barzh ur mor a dud" des bretonischen Dichters Antony Heulin entworfen. Hier glänzte das mit Zink, Gambe und außergewöhnlichem Schlagwerk besetzte Ensemble und war vor allem auf der Ausdrucksebene stark - Uta Krause (Sopran) überzeugte in diesem spannenden Stück mit ihrer flexiblen Stimme zwischen leisester Zartheit und strömender Höhe und zeichnete so die Atmosphäre des nachdenklichen Gedichtes nach. Eine weitere Beziehungsebene fügte der Schauspieler Erik Brünner dem Konzert hinzu: weitere Gedichte von Heulin warfen ein Licht auf den scharf beobachtenden, oft nachsinnend formulierenden Autor. Im zweiten Teil des Konzertes las Brünner dann aus Stefan Zweigs biographischem Roman "Marie Antoinette" und bildete so die Brücke zu Joseph Haydns 85. Sinfonie "La Reine", der ersten aus einem Zyklus von Auftragswerken für ein Pariser Orchester. Ekkehard Klemm, der schon zuvor mit sicherer Hand durch die Erstaufführungen des Abends leitete, schuf eine packende und vitale Interpretation der Sinfonie, die nur en detail und auch en passant ihre Frankophilie verriet. Das ganz österreichische Menuett nahm Klemm zurückhaltend und wiegend, während das Finale ganz auf rasanten Ausklang bemüht war. Ein vielschichtiger, recht langer Konzertabend ging so zu Ende, der in Wort und Ton viel Platz für Inspiration und Weiterdenken anbot.

Sonntag, 8. November 2009

Debüt: Martha Argerich konzertiert mit der Sächsischen Staatskapelle in der Semperoper

Ist es denn zu glauben, dass wir so lange auf Martha Argerichs ersten Auftritt im Semperbau warten mussten? Mit ihr zusammen strahlten die glücklichen Konzertbesucher des 4. Sinfoniekonzertes der Sächsischen Staatskapelle nach dem G-Dur-Klavierkonzert von Maurice Ravel um die Wette. Auftritte der großen Pianistin sind selten und man war sich mit den anderen Besuchern einig: das war einmalig. Vielleicht einmaliger als einmalig, denn bei dieser Interpretation gab es kein Entrinnen; es ist einer dieser seltenen Konzertmomente, in denen man gemeinsam mit Interpret und Komponist auf Tauchstation geht: hinein in die Musik, genussvoll und intensiv.

Argerich rauschte mit Temperament und Verve durch den 1. Satz und nahm den zweiten mit einer solchen Selbstverständlichkeit, als wolle sie den Romantikern und Pathetikern unter ihren Pianistenkollegen die Blutleere ihres überzogenen Spiels demonstrieren. Verrückt nur, dass die Flüssigkeit dieses 2. Satzes keinesfalls das Konzert aus dem Tritt brachte: Allüren und Konventionen Fehlanzeige, stattdessen durchdachtes, bis auf die letzte Note nuanciertes Klavierspiel. Argerich nimmt ernst, was sie spielt und stellt an sich selbst immer noch die höchsten Ansprüche. Dazu kommt als besondere Würze ihr rassiger Anschlag, ihr ganz eigener Umgang mit Phrasierung und Tempogestaltung - unverwechselbar. Mit dem Schweizer Dirigenten Charles Dutoit ist Argerich durch unzählige Konzerte vertraut, diese besondere Verbindung sorgte natürlich auch für eine atemberaubend schöne Begleitung im Orchester und Dutoit überredete Argerich auch zu einer kleinen, feinen Zugabe.

Angesichts dieser famosen Aufführung fiel die kampfesmutig zum Auftakt des Konzertes hingelegte Berlioz-Ouvertüre "Le Carnaval Romain" etwas hintenüber. Nach der Pause allerdings legte Dutoit in Sachen opulenter Sinfonik nach und die spätromantische Suite "The Planets" von Gustav Holst ist ein Glanzstück des Dirigenten. Der Kapelle gelang es hier, einen wunderbar verschmelzenden Bläserklang zu erzeugen und gleichzeitig die langen Steigerungen und (bedenklich häufigen) Motivwiederholungen mit Zielwillen und Plastizität auszuformen. Und irgendwann einmal in ferner (?) Zukunft werden wir uns wohl selbst samt samtenem Frauenchor (Damen des Staatsopernchores) zu Holsts Musik im All bewegen und die Vorbilder dieses sinfonischen Naturwunders bestaunen...

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Russlandia - Musikfestspielprogramm 2010 vorgestellt

Der renommierte Cellist und Intendant der Dresdner Musikfestspiele, Jan Vogler, gab bei der heutigen Pressekonferenz des traditionsreichen Festivals das Programm für die Dresdner Musikfestspiele 2010 bekannt, die vom 19. Mai bis zum 6. Juni 2010 stattfinden werden.


im Birkenwald: die Musikfestspiele 2010 (Foto: PR)

Nachdem die Festspiele 2009 unter dem Motto »Neue Welt« mit ihrem Programm nach Westen geblickt haben, lautet das Motto der 33. Ausgabe der Dresdner Musikfestspiele nun »Russlandia«. Die musikalische Reise nach Russland geht keinesfalls in eine "Alte Welt", denn das dortige Kulturleben hat besonders in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erfahren. Zudem sei die zeitgenössische Sicht auf die Musik russischer Provenienz von jungen Interpreten wie Baiba und Lauma Skride, Alice Sara Ott oder Yannick Nézet-Séguin, die aktuell zu den meistbeachtetsten Künstlern gehören, von besonderer Spannung.

Es blaut in den russischen Wäldern - und 2010 wird auch Jan Vogler wieder zum Cello greifen und stellt die Konzerte von TIgran Mansurian und Robert Schumann vor. (Foto: PR)

Jan Vogler sieht Dresden als kulturelle Nahtstelle zwischen Ost und West und freut sich außerordentlich auf den russischen Schwerpunkt im Programm, denn "ohne die russische Musik und die russischen Musiker wäre es doch ein trauriges Musikleben". 14 verschiedene Orchester werden in Dresden konzertieren, darunter das Orchester des Mariinsky-Theaters, das Russische Nationalorchester und Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters. Weltberühmte Solisten sind eingeladen, sich (nicht nur) der russischen Musikliteratur zu widmen. Wenn man die Namen liest, dürfte die Auswahl schwerfallen: Hélène Grimaud, Emanuel Ax, Yuri Bashmet, Vadim Repin, Juliane Banse, Murray Perahia und Leonidas Kavakos sind nur einige der Stars, die sich im Mai 2010 in Dresden die Klinke von Semperoper und Frauenkirche in die Hand geben werden.

Neben dem Staraufgebot sind auch die Dresdner Klangkörper im Programm fest verankert: so treten die beiden Orchester ebenso auf wie der Kammerchor und das Sächsische Vocalensemble. Neben "Dresden singt und musiziert" (mit Wladimir Kaminer als Gast) haben gibt es diesmal zwei weitere Projekte mit "Bürgerbeteiligung". Der durch "Rhythm is it" bekanntgewordene Choreograph Royston Maldoom wird mit Dresdner Jugendlichen und dem MDR-Sinfonieorchester den "Feuervogel" von Igor Strawinsky einstudieren. In Kooperation mit dem Staatsschauspiel soll das Musical "Anatevka" ebenfalls die Dresdner auf die Bühnenbretter locken.

Neben dem "Abo U30" wird es auch 2010 wieder ein Kinderkonzert geben, das kein Geringerer als Martin Stadtfeld mit einem Bach-Programm bestreitet. Und schließlich locken die Musikfestspiele mit einem gar nicht russischen "Appetizer": Am 8. März wird Cecilia Bartoli ihr jüngst auf CD erschienenes Programm "Sacrificium" in der Frauenkirche vorstellen. Vielleicht ist dies bereits der Wink auf kommende Jahrgänge, denn Süden und Norden stehen auf der Musikfestspiel-Windrose noch aus.

Das komplette Programm der Dresdner Musikfestspiele 2010 ist als pdf verfügbar.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Furchterregend schön

Hélène Grimaud und Jan Vogler im Sonderkonzert des Moritzburg Festival

Mit einem Sonderkonzert begab sich das Moritzburg Festival wieder einmal in städtische Gefilde - die Gläserne Manufaktur von Volkswagen ist geschätzter Partner des Kammermusikfestivals und präsentiert daher gerne besondere Klassik-Genüsse in der Orangerie der Manufaktur. Gut 500 Zuhörer erlebten am vergangenen Sonntag ein Sonderkonzert mit Hélène Grimaud (Klavier) und Jan Vogler (Cello) - das Warten auf das nächste Moritzburg Festival wurde so auf angenehmst Weise verkürzt. Kammermusik auf diesem hohem Niveau möchte man natürlich gern zu jeder Jahreszeit genießen - war es ein Zufall, dass dem Programm von Hélène Grimaud und Jan Vogler ein besonders herbstlicher Zug anhing? Zusätzlich zur ausgebreiteten Moll-Melancholie der drei Kompositionen schienen die Stücke noch auf weiteren Ebenen verwandt: die liedhafte Melodik bei Schumann und Brahms führt konsequent zur Schostakowitsch-Sonate, in welcher die bei Brahms noch sanft zu nennenden Entwicklungen in kraft- und zuweilen schmerzvolle Äußerungen münden. Diese Verbindungen zwischen den Noten wurden durch die herausragenden Interpretationen von Hélène Grimaud und Jan Vogler, die schon seit längerer Zeit gemeinsam konzertieren, offensichtlich. Drei märchenhafte Fenster gehen in Robert Schumanns kurzen "Phantasiestücken" auf, sofort ist der Hörer gefangen in der romantischen Welt voller Emotionen und Leidenschaften. Die Idee der Kammermusik von Grimaud und Vogler beinhaltete absolutes Versenken in die Noten und damit auch den Mut zum Risiko, etwas entstehen zu lassen, was weit über reine Konzentration beim Musizieren hinausweist. Durch Voglers singenden, schlanken Ton fühlte sich Grimaud besonders motiviert, gerade die kantablen Qualitäten des Flügels herauszukitzeln. Ergebnis war ein nahezu furchterregend schönes Legato-Spiel in der 1. Sonate e-Moll von Johannes Brahms. Differenziert und jederzeit mit der Musik atmend kamen Pianistin und Cellist miteinander ins kammermusikalische Gespräch. Das gegenseitige Vertrauen schuf Besonderes: zu beobachten war die sorgfältig-liebevolle Behandlung jedes einzelnen Taktes und eine Ernsthaftigkeit beim Erforschen der Satzcharaktere, die auch natürliche Grenzen vorsah. So erschien die Brahms-Sonate auch im Finalsatz niemals flüchtig; die d-Moll-Sonate von Dmitri Schostakowitsch erhielt durch Tempokontrolle und bohrende Repetitionen am Klavier die nötige Intensität. Mag letzteres Stück auch den "Oberen" gefällig gewesen sein, gegen den perfiden Walzer des 2. Satzes nimmt sich selbst Ravels "La Valse" als harmloses Tanzstückchen aus. Würdevoll und groß gelang der große Gesang des 3. Satzes, in dem Vogler alle Klangfarben seines Instrumentes hervorzauberte und Grimaud sanft begleitete. Eine zarte Melancholie begleitete auch den nur oberflächlich als Kehraus anmutenden Schlusssatz. Großer Applaus brandete auf und normalerweise ist es dann Zeit für virtuose Schmankerl in den Zugaben. Doch die beiden Vollblutmusiker Hélène Grimaud und Jan Vogler überraschten nicht nur mit einem erneuten Schostakowitsch-Satz in plötzlich entfesselter Garstigkeit, sondern machten das Publikum auch noch in wunderbar spontanen und intensiven Interpretationen mit den Sonaten von Claude Debussy und Frédéric Chopin bekannt. Ob diese Einblicke bereits als Hinweis auf Kommendes zu verstehen waren? Dieses außerordentliches spannendes Konzert verlangt geradezu nach einer Fortsetzung.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Gelassenes Funkeln der Musik

Herbert Blomstedt im 3. Kapell-Konzert

Die Gabe, den Menschen Musik zu schenken ist vielleicht eine Frage von Talent und Fähigkeiten, aber sicher keine Frage des Alters. Am ehesten noch quittiert die Stimme eines Sängers den Dienst; Pianisten setzten sich auch im hohen Alter ans Klavier und gerade bei Dirigenten erscheint die "Rente mit 65" indiskutabel, denn manche trauen sich in diesem zarten Alter gerade erst an große Werke der Musikliteratur heran und sorgen dann für nicht selten von der selbst erlebten Intensität des Lebens gezeichneten Interpretationen. Mit 82 Jahren gehört auch Herbert Blomstedt längst nicht zum "alten Eisen" und betrachtet man seine Auftritte in den letzten Jahren, so scheint ein prall gefüllter Terminkalender für ihn das reinste Lebenselixier zu sein. Fast schon so etwas wie Dankbarkeit sieht man in seinen Augen blitzen, wenn man ihn am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden agieren sieht. Denn mit diesem Klangkörper ist er so vertraut, dass nur kleine Zeichen für das Entstehen des warmen und runden Kapellklangs genügen. Vor vierzig Jahren dirigierte Blomstedt das erste Konzert in Dresden. Zehn Jahre lang war er Chefdirigent und heute ist er ein stets gern gesehener Gast, sowohl vom Publikum, das sein Bühnenjubiläum im Konzert am Freitagabend mit stehenden Ovationen feierte, sondern auch vom Orchester, das sichtbar gerne mit Blomstedt musiziert. Der schwedisch-amerikanische Dirigent kennt im Repertoire kaum Berührungsängste und wählte für sein Programm in Dresden und eine anschließende Tournee Werke von Beethoven und Tschaikowksy aus. Beethovens Tripelkonzert C-Dur, Opus 56 erklang exakt vor 32 Jahren schon einmal mit der Kapelle unter Blomstedts Leitung. An Frische der Interpretation hat es bei Blomstedt keinen Deut eingebüßt. Die Vitalität des umfangreichen 1. Satzes war schon in der Orchestereinleitung spürbar und wurde von den Solisten, dem Dresdner Klaviertrio (Kai Vogler, Peter Bruns und Roglit Ishay) nahtlos übernommen. Der musikalische Fluss trieb aus reiner Musizierlust auch gerne einmal etwas vorwärts, was Blomstedt aber mit ruhiger Hand wieder in geregelte Bahnen führte. Obwohl man über die kompositorischen Feinheiten des Konzertes durchaus staunen mag, wurde das Tripelkonzert als legeres, spielfreudiges Unterhaltungsstück musiziert. Den Abgrund der Welt sucht der Hörer hier vergeblich. Vogler, Bruns und Ishay musizierten vor allem im gegenseitigen Zuwerfen der Themen vortrefflich, Geschmacksache muss die recht saftige, vibratofüllige Artikulation im Mittelsatz und das doch insgesamt gediegene Tempo des 3. Satzes bleiben. In der 4. Sinfonie f-Moll von Peter Tschaikowsky sind schon eher dramatische Untiefen zu entdecken - Herbert Blomstedt überraschte hier mit einer ganz von den Geschichtchen und Anekdötchen des Umfeldes der Sinfonie losgelösten Interpretation, die einzig auf die Kraft der Musik setzte. Angenehm flotte, aber nie überzogene Tempi und kontrastreiches Musizieren bestimmten das Spiel. Blomstedt setzte nur wenige pointierte Akzente durch sein Dirigat, denn nach 40 Jahren stetigen Aufeinandertreffens kennt man die Zeichen: ein kurzes Heben der Augenbraue genügt und man ist sich einig. In diesem gelassenen und freien Musizieren fängt die Partitur an zu funkeln und so macht Tschaikowsky den Musikern, dem Dirigenten und natürlich auch dem Publikum sichtlich Spaß. Wir freuen uns auf das nächste Wiederhören mit Herbert Blomstedt.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Eine verzaubernde Waldsinfonie

Heiner Goebbels Theaterabend "Stifters Dinge" in Hellerau

Er war zu seinen Zeiten nicht unbedingt der erfolgreichste und angesehenste Schriftsteller, auch nicht der, dessen Werke weit in die Gegenwart strahlen. Doch kennen Leser die rätselhafte Faszination, die die Werke des österreichischen Schriftstellers Adalbert Stifter ausübt: da sind die Figuren, die oft wie sorgsam gezeichnete Statuen die Romane bevölkern, da ist der oft gelassene Umgang mit der erlebten Zeit. Es entstehen Augenblickshaltungen, die innehalten lassen und die Betrachtung intensivieren. An dieser Stelle tritt der Komponist Heiner Goebbels auf den Plan.

Goebbels und Stifter nehmen sich an die Hand und gehen in den Wald. Was dabei herauskommt, war am Donnerstagabend im Festspielhaus Hellerau zu bewundern. "Stifters Dinge" kommen ohne Musiker aus, ohne Schauspieler und Sänger - allerdings formt immer noch ein Komponist den zeitlichen Ablauf der Naturalia und Erscheinungen, der verbalen und akustischen Ereignisse. Ganz dem Zufall oder sich selbst überlassen möchte auch Goebbels seine Installation nicht. Und dafür gibt es gute Gründe der Dramaturgie.

Bald schon flutet sich der Wald, spiegeln sich die Wasserflächen und Licht und Wind treten auf natürliche Weise hinzu. Klänge und Geräusche erscheinen und ein Organismus mit eigenen Gesetzen setzt sich in Gang, der sich keiner Mode anbiedert, der nicht modern oder in irgendeiner Weise "zeitgenössisch" sein will. Die unverkrampfte, ehrliche Sicht auf die Dinge wird zwar mit erheblichem technischen Aufwand entwickelt, aber hier ist Goebbels mit ähnlicher Konsequenz gesegnet wie der Heimwerker, der im Keller ein Fluggerät baut und schlussendlich tatsächlich damit davonfliegt: Solche Märchen braucht die Welt. D

as Publikum auf der Tribüne wird indes zum Kind und lernt das Staunen neu. Was Goebbels kreiert, ist eine Art von reiner, unverstellter Kunst, und das gelingt, weil sowohl der emotionale Zugang als auch der geistige stets in freundlicher Weise offen gehalten wird. Bilder, Töne und Bewegungen erstellen etwas neues, als sei man gerade in das funkelnde, sprießende Gehirn des Künstlers eingestiegen. Und Goebbels entdeckt auch abseits von Stifter viele Türen und Sandwege. So abenteuerlich diese Expedition in die Welt der Dinge auch ist, und so fremd auch zunächst das "Ungetüm" einer Bühneninstallation aus fünf ineinander verbauten und verkabelten Klavieren scheinen mag, so nah geraten uns "Stifters Dinge" in den Empfindungen - von Sanftmütigkeit ist der Ernst und die Ruhe, die Goebbels aufbaut. Die Wasserfläche klingt elektronisch nach, und die leise Klaviermusik im plätschernden Regen meint man schon immer gekannt zu haben.

Wenn die Waldsinfonie aus Ästen und Saiten sich dann auf den Zuhörer hin bewegt und alle Klaviere wie von Geisterhand ein Eigenleben entwickeln, sitzt man starr und überwältigt. Fragen nach Technik und Sinn stellen sich erst gar nicht, denn Goebbels Bilder greifen tief und am Ende wundert man sich, dass man dem Wald der poetischen Bilder entronnen ist. Dass Claude Lévi-Strauss sich ebenso einmischen darf wie Gesänge ferner Kulturen, erscheint nicht nur logisch, sondern steht für das sensible Spiel, das Goebbels genau auf der einsamen Insel zwischen Natur und Kultur, Literatur, Theater und Musik ansiedelt und das an diesem Abend vollkommen verzaubert. Schließlich gelingt sogar der Bogen zum Beginn des "TonLagen"-Festivals: an diesem dampfenden und sirrenden Orchestrion hätte Mauricio Kagel seine helle Freude gehabt.

Mit dieser Aufführung und einer Abschlussparty am vergangenen Sonnabend wurde das "TonLagen"-Festival beendet.
Kritiken und Berichte gibt es weiterhin hier und auf Musik in Dresden zu lesen.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Geht nicht gibt's nicht.

ascolta Ensemble plays Zappa @Hellerau

Es gibt kaum eine zweite Musikgestalt im 20. Jahrhundert, die ausgehend vom Rock und von der Jazzmusik ein dermaßen kreatives und diffuses Output über Jahrzehnte schuf wie Frank Zappa. Zappa experimentierte in seinem Spätwerk mit Orchester- und Ensemblefarben und komponierte viele nicht mehr aufgeführte Stücke im Studio. Bereits 1984 war Zappa mit Pierre Boulez für das Album "The Perfect Stranger" in Neue-Musik-Gefilde eingetaucht und komponierte in der Folge vor allem auf dem Synclavier, einem umfangreichen Musikproduktionssystem, das es Zappa ermöglichte, komplizierteste Strukturen und Klangkombinationen zu erfinden. Kurz vor Zappas Tod 1993 gab es eine Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern und daraus resultierend das letzte Album "The Yellow Shark".

Dass nun das renommierte Ensemble ascolta sich um die Musik Zappas bemüht, liegt nicht an einem erneuten Interpretationsansatz, sondern beruht auf der Tatsache, dass in Los Angeles weiterhin unveröffentliches Material des Musikers liegt. Seit vier Jahren erarbeitet das Ensemble spielbare Arrangements der dort gesichteten Stücke, sieht sich aber auch mit der Quadratur des Kreises konfrontiert, wenn es gilt, auseinanderdriftende und rhythmisch komplexeste Zeitschichten übereinander im Ensemble zu organisieren. In Hellerau konnte ascolta "Samba Funk" als Uraufführung präsentieren - vor allem Posaunist (und Multitalent) Andrew Digby bemühte sich um die Rekonstruktion der Zappa-Werke. Das gesamte Zappa-Vorhaben (eine CD ist in Vorbereitung) kann man trotz des großartigen Konzertergebnisses aus mehreren Gründen kontrovers betrachten, denn zum einen übersteigen die Stücke schlicht menschliche Möglichkeiten. Der Vergleich zu Conlon Nancarrow ist naheliegend, der ebenfalls eine Maschine nutzte, um seine Ideen zu realisieren.

Weiterhin wäre die Frage der Rezeption zu stellen, denn die rasche Schnitttechnik einiger Stücke benötigt eine gute Kondition des Hörers, denn dieser bekommt kaum eine Chance zum Verweilen oder zum Nachvollzug. Stellenweise dürfte die Frage durchaus erlaubt sein, ob man einem hyperkomplexe Musikmatrixen abspielenden Computersystem mit gleichem sinnlichen Interesse zuhören würde. Zum dritten wäre zu fragen, ob die spezifische Klangfarbe des ascolta-Ensembles den Studio-Ideen von Zappa wirklich entspricht oder ob nicht manches orchestraler, manches noch solistischer gemeint war. Und trotzdem: die herausragende musikalische Leistung, der Ernst, mit dem ascolta bei der Sache war, und der Enthusiasmus, mit dem die Musiker die Stücke vorstellten, nötigte höchsten Respekt ab. Atemberaubende Drumsoli (Lukas Schiske) und eine selbstverständliche Hochkonzentration über zwei Stunden demonstrierte das Credo von ascolta: "Geht nicht gibt's nicht"

Im Medley des ersten Teils und mit dem augenzwinkernd hyperkomplexen "Black Page" waren dann auch Stücke im Programm enthalten, die zumindest für einige Takte Entspannung boten. Riesiger Applaus von einem recht kleinen Publikum war das Resultat. Kritisch anzumerken sei außerdem, warum ein ohnehin zu erklecklichen Phonstärken fähiges Kammerensemble im Festspielhaus tontechnisch so aufgeplustert werden muss, dass man sich bei einigen Passagen aufgrund des Frequenzspektrums von Bläsern, E-Cello und Schlagzeug schlicht die Ohren zuhalten musste. Die Brutalität der Ensemble-Verstärkung stand leider in keinem Verhältnis zu dem guten Eindruck des Konzertes.

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Lesen!


Thomas Pynchon
Inherent Vice

Hören!


Pete Yorn & Scarlett Johansson
Break Up



Florence + the Machine
Lungs


Tiny Vipers
Life on Earth


Mirah
(a)Spera



Rafal Blechacz, Rco, J. Semkow
Chopin-the Piano Concertos



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