Dienstag, 24. Oktober 2006

"Hoffentlich nie ein Endpunkt"

Überbrückung von Zeit und Raum
Reiko Füting ist 1. Preisträger des Kompositionswettbewerbes des Dresdner Kammerchores

Am 31.10. findet in der Semperoper das Preisträgerkonzert des Internationalen Kompositionswettbewerbes des Dresdner Kammerchores statt. Für das Ensemble ist es eine freudige Überraschung (denn die Jury tagte mit 70 eingereichten, anonymisierten Partituren), dass mit Reiko Füting nicht nur ein in Dresden ausgebildeter Komponist, sondern auch ein ehemaliges Chormitglied den 1. Preis erhält. Füting studierte an der Dresdner Musikhochschule Komposition bei Manfred Weiss und Jörg Herchet sowie Klavier bei Winfried Apel, bevor er in Houston/USA seinen "Master of Music" machte. Seit 1997 lehrt er an der Manhattan School of Music in New York, an welcher er seit 2005 eine Professur für Musiktheorie und Komposition hat.

Alexander Keuk sprach mit Reiko Füting über sein neues Werk:

Was war der Grund für Sie, sich bei diesem Kompositionswettbewerb zu beteiligen? War der Bezug zu den Jubiläen des Chores und der Stadt Dresden wichtig?

Der Bezug zum Jubiläum des Chores sowohl der Stadt war mir sehr wichtig. Meine Zeit in Dresden war eine sehr eindrucksvolle für mich, zurückschauened würde ich sagen, dass ich dort "erwachsen" geworden bin.Das verdanke ich meinen Lehrern, hauptsächlich Jörg Herchet und Winfried Apel, aber auch meiner Zeit im Dresdner Kammerchor unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann und der Stadt Dresden an sich.

Sie kennen den Dresdner Kammerchor als ehemaliges Mitglied gut. Ist das Stück dem Chor auf "den Leib" geschrieben? Wenn ja, inwiefern?

Ich verfolge auch von hier die Entwicklung des Chores, soweit es mir möglich ist. Ich denke schon, das Stück dem Chor "auf den Leib" geschrieben zu haben; zum einen bewusst, zum Beispiel durch die konstante Unterteilung der Stimmgruppen und der Verwendung eines Solistenquintetts (der Dresdner Kammerchor besteht aus hervorragenden Sängern), zum anderen intuitiv.

Ihre Komposition ist eine der wenigen der eingereichten überhaupt, die sich auf eine konkrete, traditionelle Musikvorlage bezieht. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Die Idee, mit einer traditionellen Vorlage zu arbeiten, entstand während des ersten Jahres meines Studiums hier in den USA, sicherlich als Ausdruck einer intensiven Suche nach Identität. Zum anderen interessiert mich die Überbrückung von Zeit und Raum, was sicher unter anderem ein Ausdruck meiner zwei Lebensmittelpunkte, New York und Berlin, ist.

Spielt Vokalmusik in Ihrem Schaffen auch sonst eine besondere Rolle? Wenn ja, inwieweit bieten außermusikalische Texte, Literatur eine Anregung?

Vokalmusik spielt eine recht große Rolle in meinem Schaffen. Vor dem Studium in Dresden habe ich als Schüler der Spezialklassen für Musik im Rundfunk-Jugendchor Wernigerode gesungen; eine für mich sehr prägende Zeit. Während meines Klavierstudiums habe ich mich viel mit Liedbegleitung beschäftigt, und vor meiner Rückkehr auch Vokale Korrepetition an der Musikhochschule in Rostock unterrichtet.

Das Lied "Ach weh, deß Leiden" von Hans Leo Hassler bekommt durch die folgende, neue Komposition einen zeitgenössischen Rahmen. Ist es eine "komponierte Interpretation", eine Betrachtung? Oder wie würden Sie die Beziehung beider Stücke beschreiben?

Ich würde mein Stück nicht als "komponierte Interpretation" betrachten, es ist trotz der Gegenüberstellung autonom. Mein Ausgangspunkt zielte auf Ebenen, die subtiler sind, wie zum Beispiel die antiphonale Anlage der Hasslerschen Komposition. Es ist wie das archtitektonische Nebeneinander zwei Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten und deren Bezüge zueinander. Wahrscheinlich sind die Beziehungen auf der Ebene des Textes am direktesten.

Mit der Textdichterin Kathleen Furthmann, die den Hassler-Text zeitgenössisch "beleuchtet", arbeiten Sie öfters zusammen?

Kathleen Furthmann hat wie ich die Spezialklassen für Musik in Wernigerode besucht und im Rundfunk-Jugendchor gesungen. Nach dem Studium der Musik und Germanistik arbeitet sie als Lehrerin im Gymnasium in Wismar. Wir haben mittlerweile vier Projekte realisert, und die Zusammenarbeit ist eine sehr schöne, da sie auf offenen Austausch und gegenseitiger Anregung basiert.

Welche Bedeutung hat das Soloquintett im Stück?

Der Gedanke des Soloquintets kommt aus der antiphonalen Anlage der Hasslerschen Komposition. Darüberhinaus entsteht durch seine Einbeziehung eine räumliche Dimension. Diese Gegenüberstellung, die auch im Hasslerschen Text zu finden ist, ist ausserdem in der klanglichen und textlichen Dimension realisiert.

Sie leben seit längerer Zeit in den USA. Ist dies ein Endpunkt? Gab es in Deutschland nicht genug Möglichkeiten zur beruflichen Entfaltung als Komponist? Oder schienen die, die Sie in den USA vorfanden, besonders geeignet?

Hoffentlich kein Endpunkt, hoffentlich nie ein Endpunkt. Es gab hier andere Möglichkeiten. Zudem ist New York eine faszinierende Stadt, mit einer vergleichsweise langen Tradition, die nie zerschnitten wurde. Vielleicht interessiert mich auch das Leben im "Exil". In die USA bin ich durch das Studium gekommen, das interessanterweise in zwei USA
Reisen mit dem Dresdner Kammerchor seinen Anfang fand. Unsere Unterkunft in New York befindet sich direkt neben der Manhattan School of Music. Als hätte sich eine Kreis geschlossen.

Sie arbeiten nun in der Ausbildung junger Musiker - gibt es Unterschiede in der Entwicklung von Künstlern zwischen den USA und Deutschland, wenn Sie beispielsweise Ihre eigene Ausbildung in Deutschland mit der jetzigen Situation an Hochschulen/Colleges in den USA vergleichen?

Die Ausbildung ist recht anders. Die Gründe sind vielfältig, zum Beispiel die sehr unterschiedliche Stellung klassischer Musik im gesellschaftlichen Leben des Landes (es konzentriert sich im wesentlichen auf die großen Städte), was ein anderes Niveau von jungen Musikstudenten zur Folge hat. Oder auch der Einfluss des Universitätssystems, das akademische Fächer in einer musikalischen Ausbildung anders definiert. An den Eliteeinrichtungen, zu denen sich auch die Manhattan School of Music zählt, ist das Niveau sehr hoch, in spezieller wie auch in allgemeiner Hinsicht.

Welche Rolle spielt Dresden in Ihrem Leben heute noch?

Eine grosse, hauptsächlich durch enge persönliche Bekanntschaften, die auch immer wieder in musikalischen Projekten wie Aufführungen und Konzerten enden. Und ich bin sehr dankbar, dass sich dies mit dem Dresdner Kammerchor nun fortsetzen konnte.

---
31.10.2006, 11.00 Uhr
Matinee in der Semperoper im Rahmen des 150jährigen Bestehens der Dresdner Musikhochschule
Preisträgerkonzert des Internationalen Kompositionswettbewerbes des Dresdner Kammerchores
Uraufführungen von Reiko Füting, Eunsun Lee, Hauke J. Berheide sowie Werke von Heinrich Schütz und Max Reger
Karten im Vorverkauf der Sächsischen Staatsoper Dresden in der Schinkelwache und an der Tageskasse.

Montag, 23. Oktober 2006

Schöner Wohnen

Wer mal wieder Anregungen fürs Wohnzimmer braucht oder auch eine skandinavische Unterhaltungscombo kopieren möchte, findet auf dieser Website herrliches Material. Danke dafür an Chikatze.

Echo Klassik

Schon interessant, wer beim Echo Klassik-Preis 2006 abgeräumt hat. Bei einigen Gewinnern war es völlig klar und verdient. Auffällig ist, dass wieder einmal viele ohnehin werbemäßig unterstützte Produktionen der großen Firmen dabei sind, was unterstreicht, dass der Echo unter den Klassikauszeichnungen ein Preis ist, der weniger die Qualität oder Einzigartigkeit einer Aufnahme beurteilt, sondern eher die Publikumswirksamkeit bzw. den Abverkauf (was bei Jonathan Lemalu, der bei uns eher Staub ansetzt, allerdings nicht gilt). Schmunzeln läßt mich die Auszeichnung in der Kategorie "Orchester des Jahres/Neue Musik": Mendelssohn ist ja geradezu avantgardistisch... - Ebenso bedrückend ist, dass die meisten Neue-Musik-Wertungen kaum über Janacek und Schostakowitsch hinausreichen. Ignoranz? Zeitgenössisches endgültig auf dem Abstellgleis der öffentlichen Wahrnehmung? Selbst im Crossover-Bereich findet man keine zeitgenössischen Komponisten, stattdessen Melange-Auszeichnungen für Sarband und die Klazz-Brothers. Wirklich gefreut hat mich lediglich die Würdigung eines meiner Lieblingskomponisten, der innerhalb einer hervorragenden Hänssler-Edition nun hoffentlich auch mehr Aufmerksamkeit erhält - Charles Koechlin. Die CD mit den Orchester-Vokalwerken ist wirklich spitze:

In der Reihe ist übrigens gerade die nächste CD mit Koechlins "Chansons Bretonnes" für Cello und Klavier erschienen, gespielt von Peter Bruns und Roglit Ishay.

Jubeln sollt ihr!

2. Sinfoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle

Es stürmt derzeit gewaltig auf der Bühne der Semperoper. Nicht nur in der aktuellen Inszenierung des "Othello" von Giuseppe Verdi, sondern auch im 2. Sinfoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle. Mit Benjamin Brittens "Vier Seebildern" aus der Oper "Peter Grimes" gab es einen Vorgeschmack auf die Premiere des kompletten Werkes im Februar 2007. Der junge kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin (Debut bei der Sächsischen Staatskapelle) zeigte mit seiner durchdachten, eher die ruhigen Klangschattierungen betonenden Interpretation die orchestrale Raffinesse des Britten-Werkes. Selbst im abschließenden Sturm-Finale blieb Nézet-Séguin der klare Gestalter des Meeresgetümmels. Ein weiteres Debut im Semperbau gab der russische Pianist Kirill Gerstein, in der letzten Saison "Rising Star" an der Carnegie Hall, dennoch ein Vertreter der jungen Generation, der vom Rausch der Medienwelt (glücklicherweise?) noch nicht erfasst ist. Die Wahl des Klavierkonzertes G-Dur von Maurice Ravel war dennoch unglücklich, zusammenfassend muss man feststellen, dass Gerstein die Möglichkeiten dieses Konzertes nicht ausgeschöpft hat. Immer wieder behinderte ein Drang zur Perfektion das feine Perlen dieser Komposition. Die technische Souveränität - Gerstein spielte vor allem im 1. Satz beinahe wie ein Uhrwerk - ist hier so ziemlich die unwichtigste Komponente; der Interpretation fehlte es an Temperament und Tiefgang (besonders im 2. Satz), dabei machte das Orchester die atmenden Melodiebögen des Mittelsatzes doch so wunderbar vor. So erfreute man sich lediglich der Zugabe: bei Sergej Rachmaninows Werken ist dieser Pianist besser aufgehoben. Den 100. Geburtstag von Dmitri Schostakowitsch hat man in diesem Jahr mit vielen Aufführungen weltweit gewürdigt. Einem jeden Dirigenten muss klar sein, dass es ein gefährliches Unterfangen ist, zu diesem Anlass die 5. Sinfonie auf ein Konzertprogramm zu setzen, denn dieses Seelendrama verlangt, Abgründe zu erforschen, zwischen den Zeilen zu lesen und eine Musizierhaltung zu erzeugen, die den besonderen Umständen des kurz nach der öffentlichen Denunziation des Komponisten entstandenen Werkes entspricht. Nézet-Séguin riskierte das Wagnis und formte vor allem durch seine mutige, stets gezügelte Tempowahl eine phänomenale Wiedergabe der Sinfonie. Der kanadische Dirigent ließ viel Raum zum Ausmusizieren, bebilderte den Druck eines Scherzos, das nicht lachen kann und fand den Höhepunkt des Werkes im insistierenden Largo, dessen erschütternde Einsamkeitswelt die Kapelle intensiv darstellte. Sagte der Komponist selbst, das Finale sei ein mit Knüppeln erzwungenes "Jubeln sollt ihr!", so folgte Nézet-Séguin dieser Aussage mit einem fast auf der Stelle tretenden Ausbruch des gesamten Orchesters, der beklemmend wirkte. Vor einer solch exemplarischen, viele Details berücksichtigenden Darstellung dieser Sinfonie durch einen 31jährigen Dirigenten zieht man den Hut - der Jubel des Publikums war deutlich und ehrlich.

Sonntag, 22. Oktober 2006

Traum XI

Drei Episoden. Zunächst beobachte ich meine Mutter aus einem Zimmerfenster, wie sie unten Passanten anbettelt. Im zweiten Traum wird mein Hund krank, ähnlich einer Epilepsie fällt er oft um, hat Gleichgewichtsprobleme. Als ich damit zum Tierarzt gehe, wird dieser Fall in einer Art Vorlesung behandelt, etwa zwanzig angehende Ärzte schauen zu. Ich werde wütend, weil ich eine Behandlung will und keine Lehrveranstaltung. Abbruch des Traumes, stattdessen Nummer drei: ich fliege eine Lufthansamaschine mit einem Teil des Chores nach Hause. Parallel fliegt eine zweite Maschine mit dem Rest des Chores. Gefahrensituation, als ein Düsenjäger erscheint und zwischen uns meint Loopings drehen zu müssen. Bei der Landung verpasse ich irgendwie die Landebahn und ziehe nochmal hoch, nehme dann eine Wiese ein paar hundert Meter weiter. Ich bin das einzige Besatzungsmitglied, ein Flughafen ist nicht in Sicht, daher händige ich jedem Reisenden seinen Koffer persönlich aus.

Freitag, 20. Oktober 2006

Pinguine

Da der antarktische Sommer nicht mehr fern ist, wird es mal wieder Zeit, auf meine Lieblingswebcam im Web hinzuweisen: die Pinguin-Webcam auf der Forschungsstation O'Higgins in der Antarktis, betreut von Martin Grund. Unten auf der Seite sieht man den Status der Kameras, und je nach Tageszeit hält sich die Horde Befrackter gerne um das Kreuz herum auf.

Dienstag, 17. Oktober 2006

Senkrechtstart in den Maestrohimmel blieb aus

Hochschulwettbewerb Dirigieren endet mit drei Preisträgern

Wer am Sonntagabend nach exakt vier Stunden Endausscheid des "Hochschulwettbewerbes Dirigieren" die Landesbühnen Sachsen verließ, war auch als Zuhörer bereichert, denn wann hört man schon einmal drei große
Sinfonien der Wiener Klassik in einem Konzert, dazu gleich dreifach das ohnehin selten aufgeführte Trompetenkonzert von Bernd Alois Zimmermann? Doch im Vordergrund der Veranstaltung standen drei junge Dirigenten, die es im an der Dresdner Musikhochschule ausgetragenen Wettbewerb bis ins Finale geschafft hatten. Es war nicht irgendein Wettbewerb: nach Dresden entsandten alle deutschen Musikhochschulen ihre besten Dirigierstudenten. In den Vorrunden standen mit dem Hochschulsinfonieorchester bereits schwere Aufgaben zur Bewältigung an: Werke von Richard Strauss, Witold Lutoslawski und Béla Bartók seien stellvertretend genannt. Da zudem die Carl Maria von Weber-Gesellschaft einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines Weber-Werkes auslobte, waren auch die Ouvertüre und Arien aus der Oper "Der Freischütz" zu dirigieren. Ulrich Kern (Musikhochschule Weimar), einer der drei Finalisten, hob als Besonderheit des Wettbewerbs das breite Spektrum der Werke hervor und lobte auch die tadellose Organisation durch die Dresdner Musikhochschule. Die Konzeption, so der Juryvorsitzende Prof. Ekkehard Klemm, sei besonders auf die Vielseitigkeit eines Dirigenten ausgerichtet gewesen, ein Faktor, der für die weitere Entwicklung der jungen Talente (über-) lebenswichtig ist. Dementsprechend war der Fokus im Finale neben einer komplett dargebotenen klassischen Sinfonie auf die zeitgenössische Musik gerichtet. Mit David Jarquin und Giuliano Sommerhalder (Trompete) standen zwei ebenfalls bei einem Hochschulwettbewerb (2005) ausgezeichnete, überragende Solisten zur Verfügung. Sie erhielten für ihre großartige Interpretation des Trompetenkonzerts von Zimmermann vom Publikum am Ende einen Sonderapplaus. Spannend gestaltete sich das gesamte Konzert, am Ende entschied die Jury, bestehend aus namhaften Dirigenten und Hochschulprofessoren, den 1. und 3. Preis nicht zu vergeben und den 2. Preis zu teilen. Dieser jeweils mit 2000€ dotierte Preis ging an Ulrich Kern, der die 4. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit guter Übersicht und mit einem sehr langsamen Adagio präsentierte, und an Kohske Tsunoda (Musikhochschule "Hanns Eisler" Berlin), der die 104. Sinfonie von Joseph Haydn in überzeugend kompakter Weise darbot. Johannes Witt (Musikhochschule Köln), der jüngste Teilnehmer des Wettbewerbes, erhielt von der Jury einen Förderpreis in Höhe von 1500€. Der Sonderpreis der Carl Maria von Weber-Gesellschaft ging ebenfalls an Ulrich Kern. Zu interpretieren ist das Juryurteil sicherlich damit, dass ein "Senkrechtstarter" unter den Teilnehmern nicht vertreten war. Dies muss aber nicht als schlechtes Zeichen verstanden werden, denn alle Dirigenten befinden sich in ihrer Entwicklung auf einem langen Weg, auf welchem, so Ekkehard Klemm, ein Wettbewerb sicherlich einen Mosaikstein, aber nicht die Hauptsache darstellt. Vielmehr sei den Dirigenten von Morgen möglichst eine umfassende praktische Ausbildung förderlich - in dieser Hinsicht kann sich die Dresdner Hochschule auf die bewährte Partnerschaft mit den sächsischen Orchestern des Umlandes verlassen. Das Orchester der Landesbühnen Sachsen bildete - verstärkt durch Studenten der Abteilung Jazz/Rock/Pop der Musikhochschule in Zimmermanns Trompetenkonzert - hier die aufgeschlossene und dem Willen der jungen Dirigenten aufmerksam folgende Grundlage.

Samstag, 14. Oktober 2006

Schwur

In Zukunft nie wieder einen persönlichen Feiertag ignorieren bzw. ihn mit Alltag entwerten. Das tut nicht gut. Notfalls verschwinde ich einfach gen Darß ;)

Freitag, 13. Oktober 2006

heute

gibts zur Feier des Tages mal einen Cartoon. Natürlich von Marunde.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Bitte Jubel.

Denn die zeitgenössische Musik hat einen neuen Fan! (man kann es natürlich auch anders machen)

Poesie statt Stöckchen

Früher habe ich diesen Bloggerspaß brav mitgemacht, ohne wirklich einen Sinn darin zu sehen, Leuten zu verraten, ob ich rechtsrum oder linksrum schlafe oder Kaffee oder Tee bevorzuge. Heute passen sie nicht mehr in mein Blog. Manche dieser "Stöckchen" sind allerdings so gestaltet, dass ich auf eine andere Weise antworten muss, wie z.B. auf dieses hier, das vom "Haben und Nichthaben" handelt, hier also die Antwort auf die Fragen 1-5, die dankenswerterweise Fernando Pessoa schon in wunderbare Worte gefasst hat:

O luar atravez dos altos ramos* /
Der Mond durch die hohen Zweige schimmernd

Der Mond durch die hohen Zweige schimmernd,
sagen die Dichter alle, sei mehr
als der Mond durch die hohen Zweige schimmernd.

Mir aber, der sich nicht vorstellen kann,
was der Mond durch die hohen Zweige schimmernd
anders sein könne,
als der Mond durch die hohen Zweige schimmernd,
ist er wirklich nicht mehr
als der Mond durch die hohen Zweige schimmernd.

(Alberto Caeiro, Nr. 35 aus "O guardador de Rebanhos" / "Der Hüter der Herden)

*hier im Autograph

Montag, 9. Oktober 2006

Schenken

Dieses und jenes Buch gerade zum Verschenken bestellt. Aber nun grübel ich, die scheinen mir so gut, dass ich sie erstmal selbst lesen möchte. Nein, erstmal liest es die Beschenkte, dann ist die Freude hinterher größer :)

(A propos...mein Bücherzettel wächst und wächst wieder, wer soll das denn alles lesen, was derzeit erscheint? Bin ja froh, wenn ich überhaupt den Strauß und den Ransmayr in nächster Zeit (hoffentlich) schaffen werde...von den Indern ganz zu schweigen...)

Neunfach spannende Gegenwart

Vier Preisträger beim "Klang-Stadt-Stille"-Kompositionswettbewerb

Zum Stadtjubiläum 2006 initiierte das Dresdner elole-Klaviertrio vor zwei Jahren einen Kompositionswettbewerb, der nun mit einem Triptychon-Konzert mit neun Uraufführungen an drei Konzertorten seinen Abschluss fand. Neun Uraufführungen? Es handelt sich mitnichten um einen Tippfehler, und die Werke waren auch keinesfalls kurze Aphorismen, sondern loteten die Spielmöglichkeiten eines modernen Klaviertrios bis an seine Grenzen aus. Somit, und dies betonte Jurymitglied Steffen Schleiermacher bei der Preisverleihung, gebührt die höchste Auszeichnung eigentlich dem elole-Trio selbst. Während viele Wettbewerbe maximal den ersten Preisträger überhaupt uraufführen, wählte hier eine Vorjury bereits 2005 aus 119 Einsendungen aus 33 Ländern neun Kompositionen für die Finalrunde aus, die am Samstag innerhalb der "Tage der zeitgenössischen Musik" ausgetragen und anonymisiert von der Jury bewertet wurde. Mit welcher Intensität und Hingabe sich Uta-Maria Lempert (Violine), Matthias Lorenz (Cello) und Stefan Eder (Klavier) jedem einzelnen Werk widmeten, erzeugte ein faszinierendes Konzerterlebnis und ließ das über sechs Stunden konzentriert folgende Publikum in großen, dankbaren Applaus ausbrechen. Die Vorjury hatte bereits ganze Arbeit geleistet: die neun vorgestellten Kompositionen, aus denen am Ende vier Preisträger hervorgingen, bestachen durch souverän beherrschtes Handwerk und originelle Handschriften. In ästhetischer Hinsicht waren allerdings Werke mit ausgewiesenem traditionellen Bezug wie auch Genregrenzen überschreitende Stücke etwa des instrumentellen Musiktheaters kaum vertreten. Zumeist zurückhaltend war der Bezug zum Wettbewerbstitel "Klang-Stadt-Stille" zu spüren, wenn man von Hernan Palmieris (Argentinien) "Crossed Three-Phase Set/Trio" absieht, welches sich "elektrisierend" mit dem Aufführungsort, dem Siemens-Hochspannungsprüffeld in Kaditz auseinandersetzte und am Ende auch prompt den Publikumspreis erhielt. In der Dreikönigskirche starteten die Trio-Entdeckungen: Simone Movios (Italien) "Nel tempo della memoria?" gab sich zerbrechlich, die Erkundungen am Rand der Stille waren im nicht störungsfreien Raum problematisch. "La Tache Bleue" von Stefan Johannes Hanke erhielt einen geteilten dritten Preis, dieses Werk überzeugte durch eine packende Gestik und eine ausgeklügelte Dramaturgie. "...und aus den verborgenen Quellen der Stille blüht ein ahnender Klang" von Alexander Morawitz bot zwar durch verstimmte Instrumente eine reizvolle Klangwelt, konnte aber in langatmigen Phrasen nicht völlig zufriedenstellen. Im Siemens-Haus erklangen "Drei kleine Trios" von Sven Ingo Koch, ein Stück über Vereinzelung und Synchronität, es erhielt den zweiten 3. Preis, allerdings konnte ich mit der "Ohrenfälligkeit" (Jury) des Stückes, das für mich nicht in die Tiefe ging, nichts anfangen. Das nachfolgende, mit vielen klanglichen Überraschungen gespickte "Trio" von Konrad Möhwald (damit war auch ein Dresdner Komponist in der Finalrunde vertreten) wirkte da auf mich stärker - letzlich der natürliche Beweis, dass auch bei neuer Musik die Geschmäcker auseinandergehen. Am Ende erklang im Foyer des Festspielhauses Hellerau "Utopia" von Peter Köszeghy (Berlin), gleichsam ein wütendes Negativ über die Illusion "Stille", sodann "Landscape - Out of the mist..." von Kazutomo Yamamoto (Japan), das mit einer gepfiffenen Einlage aufwartete und sich ansonsten in freundlich vortastender Klangwelt aufhielt. Einen zweiten Preis erhielt "Estudi de Proporcions Nr. 5" von Joan Riera Robusté (Spanien), in der Gesamtschau wohl das avancierteste Werk, das die Möglichkeiten der Instrumente voll auslotete und laut Jury eine "feinsinnige Mischung aus Klang und Geräusch" bot. Die Entscheidung der Jury, "da kein Werk überragend besser als ein anderes gewesen sei", keinen ersten Preis zu vergeben, ist zwar zu respektieren, glücklich macht sie jedoch niemanden, denn das Niveau der Kompositionen war hoch und alle neun Kompositionen stellen für mich eine Bereicherung des modernen Repertoires für Klaviertrio dar. Am 22. November wird das elole-Trio in der Dreikönigskirche ein Preisträgerkonzert geben, eine erneute Möglichkeit, sich von dem beeindruckenden Engagement der drei Dresdner Musiker für zeitgenössische Musik zu überzeugen.

Samstag, 7. Oktober 2006

Sex sells

Das Rezept geht auf: Ein Pianist spielt in möglichst atemberaubender Geschwindigkeit, unmittelbar sich mitteilender Hektik und dazu auch noch phasenweise unkonzentriert einige unbedeutende, aber gut schluckbare Werke chinesischer Komponisten. Die Platitüden dieser Stücke lassen einen die CD nicht einmal im Hintergrund ertragen. Obwohl ich Lang Lang schon mit Chopin live in ausgezeichneter Form erlebt habe, läßt man ihn per CD und TV zum ewig lächelnden Duracell-Tastenhasen verkommen. Mir ist ein über Mozart philosophierender Brendel da hundertmal lieber.

Freitag, 6. Oktober 2006

Syndikat für Gegenlärm

Na sowas. Monatelang suche ich das Hörspiel wiederzuerlangen, das einst beim Deutschlandradio lief, und nun stolpere ich fast darüber. Felix Kubins "Territerrortorium" ist eine wunderbar komponierte experimentelle Soundlandschaft zwischen Deutschland und Polen, ideal wenn man sich mal für eine Stunde akustisch wegbeamen möchte ;) - Weitere Beispiele dieses kreativen Klangkünstlers finden sich z.B. hier.

Kubin (Quelle)

Traum X

Auf meinem alten Schulhof stehen Unmengen von Telefonzellen. Ich suche meine eigene, will sie abholen und finde sie nicht, stattdessen bombardiert mein Chorleiter mich mit Anfragen - Eine Choristin will mit mir eine WG im Kölner Norden aufmachen. Ich vergesse bei ihr den Hund. Zu Hause angekommen (erneut Schnee) ruft vom gegenüberliegenden Hausdach Arnie. Ich pfeife zurück, er kommt sofort angeflogen und ich bringe ihn hoch ins Zimmer.
(wenn das so weitergeht, muss ich mir nachts eine andere Beschäftigung suchen, das wird mir zu anstrengend...)

Donnerstag, 5. Oktober 2006

Opernwelt-Hitliste

Einmal im Jahr wählt die Opernwelt (bzw. "50 ausgewählte Kritiker") die Highlights der vergangenen Saison (Link: kompletter Artikel). Für die Spielzeit 05/06 sieht das so aus:

» Uraufführung des Jahres: «Ein Atemzug – die Odyssee» an der Deutschen Oper Berlin
» Wiederentdeckung des Jahres: «Aeneas in Karthago» in Stuttgart
» Aufführung des Jahres: «Alceste» in Stuttgart
» Regisseur des Jahres: Sebastian Baumgarten
» Bühnenbildnerin des Jahres: Anna Viebrock, «Tristan» in Bayreuth
» Kostümbildner des Jahres: Achim Freyer, «Medée» in Mannheim
» Dirigentin des Jahres: Simone Young
» Sängerin des Jahres: Catherine Naglestad
» Sänger des Jahres: René Pape
» Opernhaus des Jahres: Staatsoper Stuttgart unter Klaus Zehelein
» Orchester des Jahres: Staatskapelle Berlin
» Chor des Jahres: Staatsopernchor Stuttgart
» Ärgernis des Jahres: «Die lustige Witwe» an der Staatsoper Berlin
» CD/DVD des Jahres: Mozarts «Titus» unter René Jacobs
» Buch des Jahres: Ulrich Schreibers «Opernführer für Fortgeschrittene. Die Geschichte des Musiktheaters»

Einer allerdings zweifelt zumindest die erneute Wahl von Stuttgart als Opernhaus des Jahres an. Wie man wohl überhaupt solche Wahlen und deren Kriterien berechtigterweise anzweifeln kann. Zählt nicht vielmehr die Vielfalt? Das eigene grandiose Erlebnis, das zehn Spitzenopernhäuser nicht wettmachen können?

Der Herbst ist da...

...und nach Filmen, Literaturklassikern und Kinderbüchern ist nun die klassische Musik als Dreingabe zu großen Tageszeitungen dran.

(Quelle)
Die WELT startet mit einer einer Reihe namens "Im Takt der Zeit" mit Aufnahmen der Berliner Philharmoniker, darunter einige Erstveröffentlichungen. Die CDs gibt es auch einzeln im Handel, die fette Box ist wahrscheinlich ein exklusives Weihnachtsgeschenk... - dort sind auch einige Aufnahmen dabei, die auf jeden Fall das Repertoire bereichern werden.

(Quelle)
Während sich die Welt-Edition dem Berliner Klangkörper und seinen Dirigenten widmet, legt die ZEIT das Augenmerk auf Legenden der klassischen Musik - natürlich eine subjektive Auswahl, bei der man schon an Band 1 (Yehudi Menuhin) den Kritikerfinger anlegen kann, denn das Bruch-Konzert (1956 aufgenommen) ist zumindest im 3. Satz eine einzige Zitterpartie, Menuhin stolpert sich durch die Läufe und das Philharmonia Orchester klingt selbst im Schlussakkord noch wie eine übermütige Salatschleuder. Und bei Brahms grinst man, schaut auf die Uhr und weiß, dass früher die Geschwindigkeit der Welt eine andere war...
Überschätzte Legenden? Vielleicht laden diese Editionen gerade zur kritischen Betrachtung an langen Novemberabenden ein. Und manch positive Überraschung wird es hoffentlich auch geben.

Traum IX

Wieder Episoden. Zunächst begeht ein Liebespaar in einem Park gemeinsam Suizid, indem sie mit ihren Autos voller Absicht verunfallen. Ich bin nur distanzierter Betrachter. Anschließend begleite ich jemanden in ein geistliches Konzert in einer kleinen Kirche. Das Werk scheint von Mozart zu sein und "Großer König" zu heißen... Nach dem ersten Chor wechseln die Interpreten die Aufstellung und verfallen dabei ins Chaos, das Konzert muss unterbrochen werden, große Tumulte, einige Musiker rennen hinaus und schlagen sich dort. - Ich stapfe durch sehr viel Schnee mit dem Hund nach Hause (alte Wohnung). Meine Nachbarin hat nun auch einen Hund, ein schwarz-weißes umherhüpfendes Ding (Minikuh sozusagen, aber sie sagt es wäre irgendein Terrier). Ich reagiere kühl, da ich genau weiß, dass sie den Hund nur mir zum Gefallen angeschafft hat. Ich hole die Post aus dem Kasten, in dem Kasten sind außer Briefen auch verschiedene Lebensmittel. Ich erhalte einen Abschiedsbrief, in goldenem Umschlag und goldenem Papier.

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Beschluss

Heute ist echtes Mahler-Sieben-Wetter

Pilgerfahrten

Dresdner Kreuzchor begeistert mit Czernowin-Uraufführung zur Eröffnung der "Tage der zeitgenössischen Musik"

Dass eine kulturelle Veranstaltung später beginnt als angezeigt, weil der Andrang an der Kasse unerwartet stark ist, kommt zuweilen vor. Ungewöhnlich und gleichzeitig erfreulich ist dies, wenn es sich bei der Veranstaltung um neue Musik handelt. Der Intendant des Europäischen Zentrums der Künste in Hellerau, Prof. Udo Zimmermann, begriff diesen Vorgang als positives Zeichen für den neuen Kunst-Ort Hellerau und zeigte sich stolz, die diesjährigen 20. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik mit einem vollbesetzten Festspielhaus eröffnen zu dürfen. Auf dem Programm dieses ersten Konzerts stand ein einziges, abendfüllendes Werk: "Pilgerfahrten" der israelischen Komponistin Chaya Czernowin. Dass das Publikum am Ende noch stark applaudierte, als schon die Protagonisten längst die Bühne verlassen hatten, liegt wohl an der beeindruckenden Gesamtleistung der beteiligten Ensembles. Das Werk ist für Knabenchor, einen Sprecher und Instrumente konzipiert, man darf das Stück zum schwersten rechnen, was je in zeitgenössischer Musikliteratur für Knabenchöre geschrieben wurde. Der Dresdner Kreuzchor gestaltete eine professionelle, in allen Punkten überzeugende Interpretation, die von den starken Leistungen einzelner Solisten im Chor über verschiedenste Klang- und Geräuschaktionen bis hin zu großen Cluster-Ballungen reichte. Czernowin legte dem Werk einen Doppeltext zugrunde, zum einen ein Gedicht von Stefan George, zum anderen eine Geschichte von Tove Jansson, dessen "Mumin"-Kosmos in skandinavischen Ländern durch Bücher und Comics bekannter ist als hierzulande. Dabei hatte die Komposition fast filmische Züge: die Geschichte des Muminvaters,

(Quelle)
der dem Geheimnis der Hatifnatten (eine Art Troll) auf die Spur kommt, entpuppt sich angesichts der Parallelwelt von Stefan Georges Gedicht als Gleichnis eines Suchenden in der Welt. Die kompositorische Beschäftigung mit der Identität des Individuums ist nicht nur eine stets aktuelle, zutiefst zeitgenössische Frage, mit der Entscheidung für einen Knabenchor wurde sie auch konsequent auf die musikalische Ebene übertragen. Die in der Irre kreisenden Boote der Hatifnatten, die Naturgewalten, die Fragen nach Sehnsucht und Geborgenheit wirken im Extrakt von Czernowin menschlich, es wird ein oratorisches Gleichnis daraus, in welchem der Kreuzchor und das hervorragend spielende "ensemble courage" unter der Gesamtleitung von Roderich Kreile zum Schöpfer atemberaubender Stimmungen wird. Dass diesem zeitgenössischen Klanggemälde eine harte Probenarbeit vorausging, merkt der Zuhörer kaum - konzentriert und klangstark sitzt jede Phrase, schlagen Stöcke auf den Boden, wabern Glissandi durch den ganzen Chor. Mit dieser Leistung auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik dürfte der Dresdner Kreuzchor konkurrenzlos sein. In dem für diese "Konzertsituation" mit einer großen Tribüne eingerichteten Festspielhaus klingt die Musik direkt und körperlich, der akustische Eindruck dieses erstmals in solcher Form bespielten Hauses ist hervorragend. Axel Thielmann (Sprecher) erzählte in intensivem Sprachfluss die Rahmenhandlung, die vom Chor und den Instrumenten in bewegende Klangbilder umgesetzt wurde. Die Lichtregie von Claus Guth hielt sich vornehm zurück: die Kraft der Musik wirkte nahezu von selbst. Czernowin weiß außerdem mit musikalischen Mitteln hauszuhalten, prägnante Motivik und deutliche Instrumentalfarben (Posaunen, Schlagwerk) strukturieren das Werk sinnfällig, dabei ist ihre musikalische Sprache immer charaktervoll und fällt nie in illustrative Naivität ab. Am Ende blieb eine zauberhafte, mit lichten wie düsteren Momenten ausgestattete Atmosphäre eines Märchens sowie die Erkenntnis, einem spannenden neuen Werk begegnet zu sein, stark haften.

Dienstag, 3. Oktober 2006

ein mir unbekannter Sport


(Quelle)
Huch, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Gerade habe ich einen kurzen Beitrag darüber im Fernsehen gesehen und festgestellt, dass die Augen beim Zusehen nicht mitkommen. Naja, ich stapel eigentlich gerne Becher (siehe Abwaschbrett...), aber bitte ohne Geschwindigkeitsmessung...

Wie ich blogge

Jan Schmidts Umfrage "Wie ich blogge" ging vor einigen Monaten durchs Netz, jetzt sind die Ergebnisse veröffentlicht (pdf). Auf den ersten Seiten sind die wichtigsten Dinge zusammengefasst.

Eine Generation weiter

Als die Wende kam, war ich 19 Jahre alt. Die heutigen Neunzehnjährigen waren zur Wende drei Jahre alt. Da wird man nachdenklich, wenn man 16jährige im Radio im Interview hört, die von ihren Eltern ("früher durfte man nichts laut sagen") und Großeltern ("aber irgendwie war es doch besser") erzählen. 1990 hatte ich das Abi geschafft, Lehre angefangen um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Die Wende erschien in Gestalt von Frau Zielinski, neue Kassiererin in meinem Lehrbetrieb, sie war aus Halle/Saale und fortan die gute Seele des Ladens. Mein erster Besuch im Osten führte mich nach Halberstadt/Michaelstein, das war 1992, ein Jahr später ließ ich mich in Dresden nieder, wo ich heute noch lebe. Ich muss sagen, dass ich innerlich fast mit dem Westen, der meine Herkunft bedeutet, abgeschlossen habe. Zu groß und vielfältig ist die Lebensqualität hier, zu wichtig sind mir die Menschen, das Tempo, die Atmosphäre. Und in den 13 Jahren hat sich in der Stadt vieles verändert, lediglich die alte Generation kommt nicht mit. Hingegen ist für die jungen Leute die Einheit selbstverständlich, sie kennen nichts anderes, außer eben die Statements und Vorurteile der Alten, was einen nicht unerheblichen Aspekt in der Einschätzung darstellt. In der Kneipe beim Kennenlernen hebt die Spezies der Westgeborenen immer noch das "komme ausm Westen" hervor, als ob man einer besonderen Behandlung bedürfe. Dresdner fragen mich sowas nie. Ich fühle mich angekommen.

Da war sie wieder...

die schlaflose Nacht.

mehrLicht

Musik Kultur Dresden

Aktuelle Beiträge

Sie haben ihr Ziel erreicht.
Liebe Leserin, lieber Leser dieses Blogs, sie haben...
mehrLicht - 20. Jul, 12:04
Ein Sommer in New York...
Was für eine Überraschung, dieser Film. Der Uni-Professor...
mehrLicht - 19. Jul, 21:53
Sturmlauf zum Schlussakkord
Albrecht Koch beim Orgelsommer in der Kreuzkirche Auch...
mehrLicht - 14. Jul, 18:54
Wenn der "innere Dvořák"...
Manfred Honeck und Christian Tetzlaff im 12. Kapell-Konzert Mit...
mehrLicht - 14. Jul, 18:53
Ohne Tiefgang
Gustav Mahlers 2. Sinfonie im Eröffnungskonzert des...
mehrLicht - 14. Jul, 18:51
Sich in Tönen zu (ent-)äußern
Staatskapelle Dresden spielt Schostakowitschs "Leningrader"...
mehrLicht - 14. Jul, 18:50
Chopins Cellowelten
Kammerkonzert der Dresdner Philharmonie mit Sol Gabetta Für...
mehrLicht - 14. Jul, 18:48
Fest der Klangfarben
Saisonabschluss der Dresdner Philharmonie im Albertinum Verklungen...
mehrLicht - 14. Jul, 18:46

Lesen!

Hören!

van anderen

Paul Klee – gerahmt und ausgestellt
Kreidler - 13. Jan, 04:30
Paul Klee – Meisterwerke III
Kreidler - 12. Jan, 04:29
Paul Klee – Meisterwerke II
Kreidler - 11. Jan, 04:27
Junge KomponistInnen, kommt nach Basel zum Studieren!
Junge KomponistInnen, kommt nach Basel zum Studieren! www.kulturtechn o.de?p=27360 [image...
Kreidler - 9. Jan, 16:26
Erdsichel
Eines der letzten Fotos der Mondlandesonde Blue Ghost...
Kreidler - 9. Jan, 04:26
MDR: Boris Lochthofen soll neuer Direktor Halle-Leipzig werden
Boris Lochthofen kommt zurück zum MDR. Nach FLURFUNK-Informationen...
owy - 8. Jan, 13:14

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

stuff

PfalzStorch Bornheim Pinguin-Cam Antarktis
Conil de la Frontera
Kram Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Status

Online seit 7327 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

Credits


Dresden
hörendenkenschreiben
nuits sans nuit
Rezensionen
Weblog
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren